Oberallgäu Nord zur „Unfallkommission 2008“ gekürt

Berlin, 1. Juli 2009 – Der Sicherheitspreis der Unfallforschung der Versicherer (UDV) und des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) ging dieses Jahr nach Südbayern. Hier konnte eine Unfallkommission die Unfallzahlen mit dem Bau eines Kreisverkehrs enorm senken.

An der Kreuzung der Bundesstraßen 309 und 310 im beschaulichen Oberallgäu verunglückten in den Jahren 2000 bis 2002 vierzehn Fahrzeuge. Dabei verletzten sich 19 Menschen, sieben von ihnen schwer. Die Unfallkommission (UK) der Region Oberallgäu Nord nahm sich dieses gefährlichen Verkehrsknotens an und konnte durch ihre Maßnahmen die Anzahl der Unfälle deutlich senken. Für ihr erfolgreiches Engagement wurden sie im Juni mit dem Sicherheitspreis „Die Unfallkommission 2008“ der Unfallforschung der Versicherer (UDV) und des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) ausgezeichnet.

Nach einer ersten Begutachtung der Kreuzung im Jahr 2003 ermittelte die Unfallkommission Oberallgäu Nord das Linksabbiegen als Hauptunfallursache – es kam immer wieder zu Zusammenstößen mit dem Gegenverkehr, der Vorfahrt hatte. „Besonders die Schwere vieler Unfälle veranlasste uns, die Verkehrsführung an dieser Kreuzung zu verändern“, erklärt Sebastian Zeiger, Leiter der UK Oberallgäu Nord. Als erste Schnellmaßnahme verbesserte die Unfallkommission die Markierung und Beschilderung der Kreuzung. Nach eingehender Prüfung der Situation beschlossen die Verantwortlichen, einen Kreisverkehr zu bauen. Bereits im Spätsommer 2005 konnte die neue Verkehrsregelung freigegeben werden. „Der Erfolg dieser Umstellung ist enorm“, sagt Sebastian Zeiger. „In den Jahren 2006 bis 2008 verunglückten lediglich noch zwei Fahrzeuge – ganz ohne Personenschaden.“

Das vorbildliche Arbeiten der Unfallkommission Oberallgäu Nord überzeugte die Jury des Sicherheitspreises „Die Unfallkommission“. „Das engagierte Gremium dort hat mit der Einführung des Kreisverkehrs großartiges geleistet. Dafür hat sie die diesjährige Auszeichnung verdient“, so Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer. Am 2. Juni wurde die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung in Oy-Mittelberg an die Südbayern übergeben. Die prämierte UK hat angekündigt, das Preisgeld direkt für weitere Maßnahmen der Verkehrssicherheit einzusetzen: für Kindersicherheitswesten.

Die Ehrung engagierter Unfallkommissionen fand in diesem Jahr bereits zum siebten Mal statt. „Wir wollen mit der Auszeichnung auf die beachtliche Arbeit der rund 500 Gremien deutschlandweit aufmerksam machen“, sagt Siegfried Brockmann, „denn die ist weder in der Öffentlichkeit ausreichend bekannt und hat auch in kommunalen Politik nicht immer den nötigen Stellenwert“. Dabei werden dank der Unfallkommissionen sowohl bau- als auch verkehrstechnische Maßnahmen zur Verbesserung von Gefahrenstellen geplant und umgesetzt. Die Gewinner der vergangenen Jahre konnten mit ihren Projekten an bestimmten Verkehrspunkten jeweils die Unfallzahl um rund 80 Prozent senken. Auch 2009 können sich die Unfallkommissionen, die sich aus Mitarbeitern der Polizei, Straßenverkehrs- sowie Baubehörden zusammensetzen, wieder für den Sicherheitspreis „Die Unfallkommission“ bewerben. Weitere Informationen zu den Gewinnern der vergangenen Jahre und der Arbeit der Unfallkommissionen erhalten Sie unter: www.udv.de.

Vor dem Umbau (links): Schlechte Fahrbahnmarkierungen und eine häufig defekte Ampelanlage führen zu teils schweren Unfällen an der Kreuzung – vorwiegend beim Linksabbiegen.

Nach dem Umbau (rechts): Die gefährliche Kreuzung wurde mit einem Kreisverkehr entschärft – die Unfallzahlen haben sich signifikant reduziert.

Quelle: Runter vom Gas!

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