BASt-Studie: Rüttelstreifen gegen Müdigkeit

Bergisch Gladbach, 30. Juli 2009 – Bedingt durch Abkommen von der Fahrbahn ereignen sich jährlich etwa 50.000 Unfälle mit Personenschaden auf deutschen Straßen. Weiterhin weisen Statistiken darauf hin, dass die Schwere des Unfalls mit der Müdigkeit zunimmt. Eine Langzeituntersuchung der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) hat die Wirkung von Rüttelstreifen als Infrastrukturmaßnahme an Autobahnen untersucht.

Im Rahmen eines Pilotversuches wurde im Jahr 2003 ein 36 Kilometer langes Teilstück der Bundesautobahn A24 mit 40 Zentimeter breiten und bis zu 13 Millimeter tiefen Querstreifenfräsungen versehen. Für die Untersuchung wurden Vorher-Nachher-Erhebungen durchgeführt, die Fahrfehler und Unfallschwere berücksichtigten.

In Folge sank die Anzahl der Unfälle durch „Abkommen von der Fahrbahn“ in Richtung der Rüttelstreifen um 43 Prozent. Andere Fahrfehler auf Grund von Unaufmerksamkeit gingen um 34 Prozent zurück. Bei Unfällen mit Getöteten und Schwerverletzten war ein Rückgang um 15 Prozent zu verzeichnen. Im Kosten-Nutzen-Verhältnis stehen 690.000 Euro volkswirtschaftliche Verluste, verursacht durch Unfälle, einem Aufwand von etwa 170.000 Euro gegenüber. Bei einer Nutzungsdauer einer bituminösen Fahrbahndecke von 12,5 Jahren ergibt sich ein Nutzen-Kosten-Verhältnis von 46.

Während Rüttelstreifen im Nordamerikanischen Raum bereits seit einigen Jahren zum Einsatz kommen, werden diese aktiven Sicherheitsmaßnahmen in Deutschland nur vereinzelt verwendet. In einem weiteren Forschungsprojekt ist die Untersuchung der Wirksamkeit von Rüttelstreifen auf Landstraßen geplant.

Quelle: BASt

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