Erste Hilfe – Erhöhung der Interventionsbereitschaft in der Bevölkerung

Beschluss vom 26.10.2010 auf der Basis der Empfehlung des Ausschusses Verkehrsmedizin, Erste Hilfe und Rettungswesen

Deutscher Verkehrssicherheitsrat – 2010


Erläuterung

Deutschland verfügt über ein gut ausgebautes, bodengebundenes und luftgestütztes Rettungssystem mit – in den jeweiligen Landesrettungsdienstgesetzen definierten – einsatztaktischen Vorgaben. In zeitkritischen Notfallsituationen ist vielfach eine Hilfsfrist des Rettungsdienstes von z.B. 12 Minuten zu lang. Notfallzeugen haben in dieser Situation bei adäquaten Ersthelfermaßnahmen eine gute Chance, dem Patienten zu helfen. Ohne diese Hilfe hat der in der Regel später eintreffende Rettungsdienst deutlich schlechtere Ausgangsbedingungen. Da eine weitere Optimierung der Hilfsfrist für den organisierten Rettungsdienst aus organisatorischen und ökonomischen Gründen derzeit nicht umsetzbar ist, müssen andere Maßnahmen ergriffen werden, um die Erstversorgung zu optimieren.

Das therapiefreie Intervall kann weiter verkürzt werden durch eine ausreichende Laienhilfe und ein strukturiertes Ersthelferkonzept. Wichtig ist es, in der Bevölkerung ein Bewusstsein für die Notwendigkeit von Laienhilfen zu schaffen – Hilfe bei Notfällen muss selbstverständlicher Bestandteil des täglichen Miteinanders werden.

Ein wesentlicher Aspekt für die Erreichung der oben formulierten Zielsetzung ist die Integration der Erste-Hilfe-Ausbildung in den Kindergärten und im Grundschulunterricht. Die Begeisterungsfähigkeit der Kinder kann genutzt werden, um altersangepasste notfallrelevante Inhalte und zugleich das Thema „helfen“ als gesellschaftlich relevanten Wert zu vermitteln. Alle Hilfsorganisationen sehen die Notwendigkeit, mit einer Ausbildung zur Ersten Hilfe bereits in Grundschulen zu beginnen und haben entsprechende Unterrichtskonzepte entwickelt.


Beschluss

Um das Ziel einer ausreichenden, tragfähigen Laienausbildung zu erreichen, empfiehlt der DVR-Vorstand

  1. die verbindliche Integration von Erste-Hilfe-Inhalten in die Lehrpläne der Grundschulen, aber auch der weiterführenden und berufsbildenden Schulen aller Bundesländer und

  2. die Integration der Erste-Hilfe-Inhalte in die Curricula der Erzieher- sowie der Lehreraus- und -fortbildung.

  3. Darüber hinaus sollten Lehrer und Erzieher im Rahmen ihrer Berufsausbildung eine Schulung in Erster Hilfe obligatorisch absolvieren.


gez.
Dr. Walter Eichendorf
Präsident


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