Technische Qualität vertikaler Verkehrszeichen

Beschluss vom 23. Mai 2014 auf der Basis der Vorstandsvorlage vom 24. März 2014 des Vorstandsausschusses Verkehrstechnik

Deutscher Verkehrssicherheitsrat e.V. – 2014


Erläuterung

Verkehrszeichen dienen dazu, alle Verkehrsteilnehmer bei einem sicheren Verkehrsverhalten zu unterstützen. Insbesondere in komplexen und unübersichtlichen Situationen sind Verkehrszeichen erforderlich, um die Streckenführung zu verdeutlichen, vor Gefahren zu warnen oder allgemeine Verhaltenshinweise zu geben. Verkehrszeichen müssen dazu gut lesbar, leicht verständlich und schnell begreifbar sein. Auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels kommt gut erkennbaren vertikalen Verkehrszeichen eine besondere Bedeutung zu. Denn mit dem Alter nimmt die Sehkraft ab, ein 60-jähriger Autofahrer benötigt etwa achtmal mehr Licht, um das Gleiche zu sehen wie ein 20-Jähriger.

Die vorhandenen gesetzlichen Bestimmungen, Vorschriften und Richtlinien (allen voran: die Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrs-Ordnung) sind grundsätzlich dazu geeignet, eine qualitativ gute, die Sicherheit im Straßenverkehr fördernde Beschilderung mit Verkehrszeichen zu gewährleisten. In einem Gerichtsurteil wurde zusammengefasst, was man von Verkehrszeichen erwarten können muss: „Verkehrseinrichtungen müssen so gestaltet sein, dass sie für einen Verkehrsteilnehmer mit durchschnittlicher Aufmerksamkeit durch einen beiläufigen Blick deutlich erkennbar sind und eine möglichst gefahrlose Abwicklung des Verkehrs ermöglichen […]“ (Thür. OLG, Beschl. V. 06.05.2010 – 1 Ss 20/10).

Dennoch weisen viele der bestehenden vertikalen Verkehrszeichen technische Mängel insbesondere hinsichtlich der Erkennbarkeit auf. Nach Schätzung von Experten ist jedes vierte Verkehrszeichen älter als 15 Jahre und verfügt nicht mehr über ausreichende lichttechnische Eigenschaften. Die Farben der Verkehrszeichen verblassen über die Jahre durch die Einwirkung der UV-Strahlung bis hin zur völligen Unkenntlichkeit und auch die retroreflektierenden Eigenschaften der Reflexfolien verschlechtern sich soweit, dass Schilder ihre Rückstrahlkraft und damit Nachtsichtbarkeit einbüßen.

Beschluss

Der DVR fordert, der technischen Qualität zur dauerhaften Erkennbarkeit vertikaler Verkehrszeichen mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Dies wird erreicht durch:

  • Inventarisierung aller vertikalen Verkehrszeichen
  • Durchführung von regelmäßigen Verkehrsschauen gemäß Merkblatt für die Durchführung von Verkehrsschauen (M DV 2013)
  • Überprüfung der bestehenden Wegweisung gemäß den technischen Vorgaben der Richtlinien für die wegweisende Beschilderung außerhalb und auf Autobahnen (RWB und RWBA)
  • Regelmäßige Reinigung des Bestandes
  • Überprüfung der Schilder hinsichtlich lichttechnischer Eigenschaften gemäß Merkblatt zur Qualitätssicherung von dauerhaft verwendeten Verkehrsschildern (M QVS)
  • Rechtzeitiger Austausch aller vertikaler Verkehrszeichen (in der Regel spätestens nach 20 Jahren)
  • Bei neuen Verkehrszeichen Wahl der lichttechnischen Leistungsklasse gemäß Merkblatt für die Wahl der lichttechnischen Leistungsklasse von vertikalen Verkehrszeichen und Verkehrseinrichtungen (M LV)
  • Prüfung des Einsatzes der technischen Lösungen gegen Betauung und Graffiti.


gez.
Dr. Walter Eichendorf
Präsident

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