Europa

ETSC: Junge Männer tragen hohes Unfallrisiko

Durchschnittliche prozentuale Veränderung der Zahl der im Straßenverkehr getöteten 15- bis 30-Jährigen von 2001 bis 2010 (Grafik > ETSC)
Großbild anzeigenDurchschnittliche prozentuale Veränderung der Zahl der im Straßenverkehr getöteten 15- bis 30-Jährigen von 2001 bis 2010
(Grafik > ETSC)

Rund 140.000 junge Menschen zwischen 15 und 30 Jahren wurden seit 2001 Opfer eines Verkehrsunfalls auf europäischen Straßen. Allein im vergangenen Jahr kamen 9.150 Menschen dieser Altersgruppe bei Verkehrsunfällen ums Leben. Der aktuelle Road Safety PIN-Report des Europäischen Verkehrssicherheitsrates ETSC zeigt, dass Männer mehr als 80 Prozent der jungen Verkehrstoten ausmachen.

Große Fortschritte in der Reduktion der Unfallopferzahlen machten Portugal, Litauen und Spanien. Zielgruppenspezifische Programme und Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit sowie erhöhte Anstrengungen bei der Deliktverfolgung und eine verbesserte Verkehrsinfrastruktur konnten die Situation verbessern. Dennoch liegt das Risiko für junge Menschen, bei einem Verkehrsunfall zu sterben, noch immer um zwei Drittel höher als in anderen Altersgruppen.

„Alle EU-Mitgliedstaaten müssen den Tod auf den Straßen bekämpfen, wenn das erklärte Ziel für 2020, die Zahl der Getöteten um die Hälfte zu reduzieren, aber auch individuelle Zielsetzungen erreicht werden sollen“, sagte ETSC-Hauptgeschäftsführer Antonio Avenoso. Neben Programmen für alle Verkehrsteilnehmer würden auch spezielle Kampagnen für Fahranfänger wie etwa niedrigere Promillegrenzen, ein strengeres Punktesystem oder Fahren in Begleitung zu mehr Verkehrssicherheit für junge Menschen beitragen. Professor Richard Allsop, Leiter des PIN-Programms, warnte davor, das Mindestalter zum Führen von Mopeds oder zum selbstständigen Autofahren weiter herabzusetzen.

eCall soll ab 2015 Pflicht werden

Beschleunigte Rettungseinsätze mit eCall (Foto > Fotolia)

Beschleunigte Rettungseinsätze mit eCall (Foto > Fotolia)

Fahrzeuge, die mit dem automatischen Notrufsystem eCall ausgerüstet sind, sollen Verkehrsunfälle und Unfalldaten an die einheitliche europäische Notrufnummer 112 melden und helfen, Rettungseinsätze zu beschleunigen. Eine Empfehlung der Europäischen Kommission sieht vor, dass EU-weit ab 2015 alle neuen Pkw und leichte Nutzfahrzeuge mit dieser Notruffunktion ausgestattet sein sollen. Die EU-Mitgliedstaaten sind aufgefordert, dass die Mobilfunkbetreiber die automatischen Notrufe vorrangig und gebührenfrei weiterleiten.

Nach einem Unfall wird über die 112 ein Datensatz mit bestimmten Informationen an die Rettungsstelle geschickt. Ausgelöst wird der Notruf über mehrere Sensoren, die den Unfall registrieren, wie zum Beispiel ein Airbagsensor. Die übermittelten Daten enthalten die genaue Position des Unfallfahrzeugs mit Fahrtrichtung und Uhrzeit sowie weitere Informationen zur Fahrzeugidentifikation. Automatisch wird dann eine Sprachverbindung zwischen dem Fahrzeug und der angerufenen Rettungsstelle hergestellt.

In ländlichen Gebieten könnte sich die Zeit, in der die Rettungskräfte den Unfallort erreichen, durch den Einsatz von eCall um bis zu 50 Prozent verringern, in Städten um rund 40 Prozent. Die Zahl der Verkehrstoten soll damit um mindestens vier Prozent, die Zahl der Verletzten um sechs Prozent zurückgehen.

Der DVR begrüßt eine schnelle Einführung von eCall, zumal sich die Rettungszeiten in Deutschland in den letzten 15 Jahren um rund 30 Prozent verlängert haben.

Ein „Memorandum of Understanding“ zur Einführung des eCall-Notrufsystems haben bislang 22 EU-Staaten und vier Nicht-EU-Staaten unterzeichnet.