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Verbinden – Verknüpfen – Vernetzen

Nationaler Radverkehrskongress 2015

Die zunehmende Digitalisierung aller Lebensbereiche macht auch das Radfahren noch attraktiver: Routenplanung, Navigation und Fahrradmitnahme in öffentlichen Verkehrsmitteln sind im Zeitalter der Mobilität einfacher und komfortabler als noch vor einigen Jahren. Im urbanen Wirtschaftsverkehr leistet das Radfahren bereits heute einen Beitrag zu effizienter und klimaverträglicher Mobilität und auch der Fahrradtourismus erfreut sich wachsender Beliebtheit.

Der 4. Nationale Radverkehrskongress stand deshalb unter dem Motto „verbinden – verknüpfen – vernetzen“ und beleuchtete den Radverkehr als Querschnittsaufgabe verschiedener Akteure und Handlungsfelder moderner Mobilitätspolitik. Rund 620 Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten der Einladung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), des Landes Brandenburg und der Stadt Potsdam und kamen am 18. und 19. Mai 2015 in der Landeshauptstadt zusammen, um über den Radverkehr von morgen zu diskutieren.

In seiner Eröffnungsrede wies Staatssekretär Rainer Bomba (BMVI) auf die wichtige Rolle des Fahrradverkehrs für die Vernetzung von Wohnen, Mobilität und Stadtentwicklung hin. „Wer mit dem Rad unterwegs ist, kommt häufig am schnellsten an sein Ziel, fördert die eigene Gesundheit und trägt zu lebenswerten Städten bei. Der bereits 4. Nationale Radverkehrskongress zeigt das enorme Interesse am Radverkehr. Wir werden diese Entwicklung weiter intensiv mit der Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans fördern“, bekräftigte Bomba.

Dass konstante Bemühungen notwendig sind, um das Fahrrad als urbanes Verkehrsmittel zu etablieren, legte Lilli Matson von Transport for London in ihrem Impulsvortrag dar. „Wir müssen vermitteln, dass Rad fahren die Lebensqualität erhöht. Der großflächige Umstieg vom Auto auf das Fahrrad ist nicht von heute auf morgen zu erreichen“, berichtete Matson.

Ein Viertel des Gesamtverkehrsaufkommens und damit über 600.000 Wege pro Tag würden in London inzwischen per Fahrrad bewältigt, Tendenz steigend. Das insgesamt wachsende Verkehrsaufkommen habe zunächst auch steigende Unfallzahlen zur Folge gehabt. Bis zum Jahr 2020 sei deshalb eine Reduzierung der Verunglücktenzahlen um 40 Prozent gegenüber 2013 geplant.

In acht Foren wurden aktuelle Themen der Radverkehrsplanung und -förderung diskutiert sowie neue Ideen für eine weitere Attraktivitätssteigerung im Radverkehr gesammelt. Dabei wurde deutlich, dass Infrastrukturplanung sich oft noch an Vorgaben für den Kraftverkehr orientiert und versäumt, das Fahrrad als Teil des Alltags in die Lebensräume der Menschen, etwa eine Einkaufsstraße oder auch Wohnquartiere, zu integrieren. Vielmehr, so die einhellige Meinung, müsse es darum gehen, den Stadtraum zu bereichern und soziale Flächen für mehr Begegnung zu schaffen.

Arbeitsgemeinschaft für attraktiveren Radverkehr in Brandenburg gegründet

Radwege mit einer Gesamtlänge von über 2.000 Kilometern an Bundes- und Landesstraßen sowie ein touristisches Radwegenetz von mehr als 7.000 Kilometern Länge bilden den Kern einer umfangreichen Radverkehrsinfrastruktur im Land Brandenburg. Doch wie lässt sich die Sicherheit im Radverkehr erhöhen? Wie kann der Radverkehr effektiver mit anderen Verkehrsträgern vernetzt werden? Um besser voneinander zu lernen und Kräfte zu bündeln, wurde nun die „Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundliche Kommunen Brandenburg“ (AGFK BB) gegründet.

Karlsruhe erhält Deutschen Fahrradpreis 2015

Sicherheit im Straßenverkehr ist ein Gemeinschaftsprodukt aller Verkehrsteilnehmer. Die Karlsruher Kampagne „tu’s aus Liebe!“ sucht den Dialog, gibt konkrete Tipps – und belohnt. Ob Schokoladennikolaus fürs Radeln mit Licht oder Warnweste nach bestandenem Lichtcheck – kleine Aufmerksamkeiten für einen Beitrag zur Verkehrssicherheit kommen gut an und motivieren. Die Kampagne wurde mit dem Deutschen Fahrradpreis 2015 in der Kategorie „Fahrradfreundlichste Entscheidung“ ausgezeichnet.

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Bleib fair ... auf Autobahn und Landstraße!

Schwerpunktaktion der Unfallkassen, Berufsgenossenschaften und des DVR

Rund ein Viertel der 40 Millionen Erwerbstätigen in Deutschland legt täglich einen Arbeitsweg von mehr als 20 Kilometern zurück, knapp ein Fünftel sogar mehr als 50 Kilometer. Viele der beruflichen und privaten Pendelstrecken, besonders in ländlichen Regionen, führen über Autobahnen und Landstraßen. Auch für den Güterverkehr sind diese Verkehrswege ein wichtiges Rückgrat. Wo sich viele unterschiedliche Verkehrsteilnehmer einen begrenzten Raum teilen, ist besondere Rücksicht gefordert. Unkenntnis oder Missachtung von Regeln führt nicht selten zu egoistischem, aggressivem oder sogar gefährlichem Verhalten. Mit der diesjährigen Schwerpunktaktion der Unfallkassen, Berufsgenossenschaften und des DVR sollen alle Verkehrsteilnehmer für einen fairen und partnerschaftlichen Umgang miteinander sensibilisiert werden.

Zentrales Element der Aktion ist eine Broschüre, die Hintergründe zu den Stichworten Fairness und Rücksicht im Straßenverkehr auf Autobahnen und Landstraßen liefert. Sie illustriert das Zusammenspiel unterschiedlicher Verkehrsteilnehmer und zeigt, wie jeder einzelne durch rücksichtsvolles Verhalten zu einem angenehmeren Verkehrsklima beitragen kann.

Drei begleitende Flyer liefern nach Zielgruppen geordnet kompakte Informationen für die Fahrerinnen und Fahrer von Lkw und Transportern, Pkw und Motorrad sowie für Radfahrer und Fußgänger. Zu einzelnen Schwerpunkten, darunter Geschwindigkeit und Abstand, werden typische Situationen dargestellt und Vorschläge für partnerschaftliches Verhalten angeregt. In einem Interview-Film berichten Passanten über ihre Erfahrungen mit Fairness im Straßenverkehr und bringen Ideen für ein besseres Verkehrsklima ein. Verkehrspsychologe Dr. Jens Schade kommentiert die Wortbeiträge aus Expertensicht.

Die UK/BG/DVR-Schwerpunktaktion wurde am 1. Juni 2015 mit einem Gewinnspiel zum Thema Rücksicht im Straßenverkehr gestartet. Als Gewinne winken eine Reise zur Fußball-Europameisterschaft 2016 in Frankreich inklusive zwei Eintrittskarten zu einem EM-Spiel sowie ein hochwertiges Pedelec und viele weitere attraktive Preise. Einsendeschluss für das Preisausschreiben ist der 29. Februar 2016. Weitere Informationen und alle Präventionsmaterialien finden sich unter www.bleibfair.info.

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Verträglicher Stadtverkehr

Beim 17. ADAC-Städtewettbewerb überzeugen Berlin, der Verkehrsverbund Rhein-Sieg, die Städte Rheinbach und Biebergemünd sowie die Region Stuttgart mit innovativen Verkehrskonzepten.

Als ein Musterbeispiel für einen verträglichen Stadtverkehr gilt beispielweise der „Stadthüpfer“, ein Bus, der seit rund drei Jahren in der Stadt Rheinbach bei Bonn verkehrt. Er ergänzt das bestehende städtische ÖPNV-Angebot und gewährleistet dabei vor allem die Mobilitätssicherung älterer Bürger. Entstanden ist dieses Verkehrsangebot unter enger Einbeziehung und Mitwirkung seiner potenziellen Nutzer.

Nach Ansicht von ADAC-Vizepräsident für Verkehr Ulrich Klaus Becker ist die nachhaltige Entwicklung der kommunalen und regionalen Verkehrssysteme eine zukunftsweisende Aufgabe für Städte und Gemeinden: „Zwei Drittel der Europäer leben in Städten. Sie sind auf funktionierende Verkehrssysteme angewiesen, weil Wohnen, Arbeiten, Bildung und Versorgung räumlich meist voneinander getrennt sind.“ Deshalb müsse die notwendige Mobilität erhalten und die Versorgung gesichert werden, ohne dass der Mensch und seine Umwelt übermäßig belastet werden.

Der Städtewettbewerb wird vom ADAC gemeinsam mit dem Deutschen Städtetag, dem Deutschen Städte- und Gemeindebund (DStGB), dem DVR und dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) durchgeführt.

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Goldener Dieselring 2015

Einer der ältesten und begehrtesten Verkehrssicherheitspreise, der „Goldene Dieselring des Verbandes der Motorjournalisten“ (VdM), geht in diesem Jahr an Professor Dr. Dieter Müller, der sich nach Meinung der Jury in besonderer Weise um die Verkehrssicherheit und die Minderung von Unfallfolgen verdient gemacht hat.

Müller ist als Professor für Verkehrsrecht und Verkehrsstrafrecht tätig. An der Hochschule der Sächsischen Polizei unterrichtet er angehende Polizeikommissare unter anderem in der praktischen Anwendung der straßenverkehrsrelevanten Rechtsvorschriften. Prof. Müller arbeitet seit 2011 durch Schulungen und Publikationen engagiert und konsequent an einer Verbesserung der Verkehrssicherheit bei Einsatzfahrten von Rettungsdiensten, Feuerwehr, Zolldienst und Polizei.

Unter anderem konnte aufgrund seiner Arbeiten zu den Folgen von Drogenkonsum im Straßenverkehr seit 2007 aufgrund der entsprechenden Anpassung des Straßenverkehrsgesetzes (StVG) die Beeinflussung durch Crystal Meth als Ordnungswidrigkeit geahndet werden. Eng damit verbunden ist Prof. Müllers Schulungsprogramm für Polizeibeamte zur Verbesserung der Drogenerkennung im Straßenverkehr. Aktuell arbeitet er daran, den Fahrerlaubnisbehörden eine bessere Tatsachengrundlage für ihre Entscheidungen gegenüber potenziell nicht geeigneten Autofahrern zu verschaffen.

Für den DVR ist Prof. Müller ein langjähriger wissenschaftlicher Berater und engagierter Referent bei Presseseminaren, Kolloquien und Foren. Außerdem ist er frischgebackener Vorsitzender des DVR-Beirates für Fragen des Straßenverkehrsrechts.

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P.A.R.T.Y. – Don’t Risk Your Fun!

Risikobewusstsein bei jungen Verkehrsteilnehmern schärfen

P.A.R.T.Y. ist ein Präventionsprogramm und steht für „Prevent Alcohol and Risk Related Trauma in Youth“. Junge Menschen zwischen 15 und 18 Jahren verbringen einen Tag in einer Unfallklinik und erleben, wie Opfer von Verkehrsunfällen versorgt werden und welche kurz- und langfristigen Folgen Crashs haben. Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V. (DGU) startete in Zusammenarbeit mit der AUC – Akademie der Unfallchirurgie vom 15. bis 19. Juni 2015 erstmals eine bundesweite „Aktionswoche P.A.R.T.Y.“ – unmittelbar vor dem „Tag der Verkehrssicherheit“ am 20. Juni. Beteiligt waren 13 Unfallkliniken.

3.378 Menschen verunglückten nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2014 auf deutschen Straßen tödlich, über 389.000 wurden verletzt. Besonders gefährdet sind junge Verkehrsteilnehmer zwischen 18 und 24 Jahren: Ihr Unfall- und Sterberisiko im Straßenverkehr ist das mit Abstand höchste. Es liegt etwa doppelt so hoch wie das der Gesamtbevölkerung. Überhöhte Geschwindigkeit, Fahren unter Alkoholeinfluss, Handynutzung am Steuer oder schlicht mangelnde Fahrpraxis – die Gründe sind vielfältig, wenn junge Menschen im Straßenverkehr zum Risiko für sich und andere werden. Eine Auswertung des Statistischen Bundesamts zeigt: „Nicht angepasste Geschwindigkeit“ liegt in dieser Altersgruppe bei den Unfallursachen ganz vorne. Sie ist Auslöser für jeden fünften Unfall. Ähnlich hoch ist das Unfallrisiko bei den 15- bis 17-Jährigen. In dieser Altersgruppe setzt das Präventionsprogramm an. Es klärt Jugendliche über das Risikoverhalten und seine Folgen auf – und das am Ort des Geschehens: in der Unfallklinik.

„Als Unfallchirurgen erleben wir jeden Tag, welche dramatischen Folgen Risikofreude oder auch nur ein Augenblick von Unachtsamkeit am Steuer haben können. Am P.A.R.T.Y.-Tag erhalten junge Menschen in den Kliniken hautnah einen Eindruck davon“, sagt DGU-Präsident Professor Dr. med. Michael Nerlich. Insbesondere junge Menschen machten sich meist keine Vorstellung davon, wie nachhaltig sich das Leben nach einem Verkehrsunfall ändern kann, meint auch DGU-Generalsekretär Professor Dr. med. Reinhard Hoffmann und ergänzt: „Selbst wenn man diesen überlebt hat – oft folgen dann langwierige Reha-Maßnahmen, Zukunftspläne in Sachen Beruf und Familie müssen zurückgestellt oder ganz aufgegeben werden. Einige Jugendliche verlieren dauerhaft ihre Eigenständigkeit.“

Am sogenannten „P.A.R.T.Y.-Tag“ verbringen die Jugendlichen im Klassenverband einen ganzen Tag in einer Unfallklinik. Hier erleben sie, welche Stationen ein schwerverletzter Patient durchläuft: Sie besuchen einen Rettungswagen, den Schockraum, eine Intensivstation und die Physiotherapie. Sie werden dabei von engagierten Unfallchirurgen begleitet. Ein Mittagessen mit Handicap – also zum Beispiel mit einem steifen Wirbelsäulenkorsett – gehört auch dazu. Die Schülerinnen und Schüler werden damit in die Situation eines verletzungsbedingt eingeschränkten Patienten versetzt und herausgefordert, vermeintlich einfache Dinge des täglichen Lebens zu erledigen. Der Tag wird abgerundet durch Diskussionen mit ehemals schwerverletzten Unfallopfern sowie Polizeibeamten.

„Wir möchten Jugendliche befähigen, in schwierigen Situationen clevere Entscheidungen zu treffen. Uns ist wichtig, dass wir Jugendliche nicht mit erhobenem Zeigefinger belehren, sondern ihnen die Möglichkeit geben, sich durch diese ungefilterten Eindrücke ein eigenes Bild zu machen“, erklärt Dr. Ulla Krause, Leiterin der Nationalen Koordinierungsstelle P.A.R.T.Y. bei der AUC in München. Auf diese Weise lässt sich oft ein Umdenken in Sachen Risikobereitschaft und Verkehrsverhalten anregen.

Das P.A.R.T.Y.-Programm stammt ursprünglich aus Kanada. In Deutschland wird es seit 2012 von der AUC im Auftrag der DGU durchgeführt. Seither wurden über 100 P.A.R.T.Y.-Tage an 20 Kliniken im gesamten Bundesgebiet durchgeführt. Um mehr Jugendlichen die Gelegenheit zur Teilnahme an einem P.A.R.T.Y.- Tag zu geben, werden kontinuierlich neue Kliniken geschult.

Das P.A.R.T.Y.-Programm ist ein Beitrag der deutschen Unfallchirurgen zur Verkehrssicherheitsdekade „Decade of Action for Road Safety 2011-2020“ der Vereinten Nationen. Partner und Unterstützer der P.A.R.T.Y.-Initiative sind der DVR und der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV).

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