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Serdan Somuncu: Aggression ist nicht lustig!

„Runter vom Gas“ macht sich stark gegen Aggression und Ablenkung im Straßenverkehr

Von Carla Bormann

Am 10. September 2015, dem Tag der deutschen Sprache, machte sich der bekannte Kabarettist Serdar Somuncu verbal stark für weniger Aggression im Straßenverkehr. Er hat für die BMVI/DVR-Verkehrssicherheitskampagne „Runter vom Gas“ ein Video und sechs kurze Clips unter dem Motto „Aggression ist nicht lustig“ gedreht, die auf der Webseite www.runtervomgas.de veröffentlicht wurden.

Comedian Serdar Somuncu ist bekannt für seine zugespitzt aggressiven Auftritte, unter anderem in der „heute-show“. In den Clips der Kampagne „Runter vom Gas“ spielt er einen Autofahrer, der sich schnell aufregt und auf das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer hitzig reagiert. Am Ende der Videos folgt allerdings ein unerwarteter Bruch mit seiner Rolle. Denn tatsächlich ist Somuncu überzeugt: „Aggression im Straßenverkehr ist nicht lustig. Merk dir das!“ Aggression im Straßenverkehr steht einem vorausschauenden, rücksichtsvollen und damit sicheren Fahren im Weg – sie gefährdet die eigene sowie die Sicherheit anderer.

„Ich fahre selbst sehr viel Auto. Deswegen ist es für mich wichtig, die Kampagne zu unterstützen und über die Risiken aufzuklären, die Rücksichtlosigkeit im Straßenverkehr birgt“, sagt Somuncu und plädiert für mehr Gelassenheit. Laut einer repräsentativen Umfrage der Universität Würzburg hat die Hälfte aller Autofahrer häufig Aggressionen im Straßenverkehr erlebt. Somuncu hat dazu eine klare Meinung: „Es gibt immer Tage, an denen man schlecht drauf ist, aber das heißt nicht, dass man diesen Ärger auf den Verkehr projizieren muss.“

Ärger wirkt im Straßenverkehr als Stressfaktor. Wer sich ärgert, macht Fehler, schätzt Situationen falsch ein und trifft falsche Entscheidungen. „Mit mehr Gelassenheit fährt man vorausschauend, ‚fehlerverzeihend’ und sicherer. Deshalb freuen wir uns sehr über die Unterstützung von Serdar Somuncu, der uns auf humorvolle Weise dabei hilft, aggressives Verhalten im Straßenverkehr zu entlarven und deutlich zu machen, wie gefährlich Wut hinter dem Steuer sein kann", erklärte Dorothee Bär, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, zu Somuncus Engagement. Einen Weg für ein rücksichtsvolles Miteinander skizzierte DVR-Präsident Dr. Walter Eichendorf: „Was wir als Provokation auffassen, geschieht häufig aus Unwissenheit, Unsicherheit oder Unachtsamkeit und ist meist keine bewusste Konfrontation. Also hilft der Gedanke, sie oder er hat es schon nicht so gemeint. Man sollte sich zudem bewusst machen, dass man selbstbestimmt handelt und sich also nicht zu einem riskanten Verhalten nötigen lassen muss, sondern ganz gelassen bleiben kann.“

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Staatssekretärin Dorothee Bär: Aufmerksamkeit im Straßenverkehr verträgt keine Pause

Eine Sekunde Ablenkung genügt, um im Pkw bei 50 km/h 14 Meter im Blindflug zurückzulegen. Studien zufolge spielt bei rund einem Drittel der Straßenverkehrsunfälle Unaufmerksamkeit eine Rolle. Aktuelle Befragungen und Untersuchungen zeigen eine äußerst beunruhigende Tendenz zu mangelnder Konzentration bei allen Verkehrsteilnehmern, ganz gleich ob sie mit dem Auto, per Rad oder zu Fuß unterwegs sind. Experten sehen in Smartphones die Hauptursache für Unfälle durch Unaufmerksamkeit. Denn ihre Nutzung im Straßenverkehr kann das Unfallrisiko über drei verschiedene Arten von Ablenkung zur gleichen Zeit besonders stark erhöhen. Das Lesen oder Schreiben einer Textnachricht beispielsweise ist gleichermaßen eine motorische, eine visuelle und eine mentale Ablenkung.

BMVI und DVR haben daher Ende Juli eine deutschlandweite innerstädtische Plakataktion gegen Ablenkung im Straßenverkehr in 40 Großstädten gestartet. Staatssekretärin Dorothee Bär und DVR-Präsident Dr. Walter Eichendorf stellten die Motive am 21. Juli im Nürnberger Museum für Kommunikation der Presse vor. Die Plakate für Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger wurden durch Audiospots im Musik-Streaming-Dienst Spotify begleitet, um verstärkt eine jüngere Zielgruppe anzusprechen.

Aufgrund der guten Resonanz platzierte „Runter vom Gas“ im Oktober die Plakate nun auch noch in 240 Städten mit 40.000 bis 250.000 Einwohnern, wiederholte die Kooperation mit Spotify zur Ausstrahlung der Audiospots und intensivierte die begleitende Presse- und Medienarbeit.


Seit dem Spätsommer realisiert „Runter vom Gas“ in Kooperation mit den Bundesländern zudem deutschlandweit 20 Veranstaltungen zum Thema „Ablenkung“, um mehr Bewusstsein für dieses hohe Unfallrisiko zu schaffen und an die Verantwortung der Verkehrsteilnehmer zu appellieren. „Aufmerksamkeit im Straßenverkehr verträgt keine Pause“, so brachte Staatssekretärin Bär die Botschaft bei der Pressekonferenz auf den Punkt.

Die Autorin ist Referatsleiterin Öffentlichkeitsarbeit Kampagnen/ Medienarbeit und stellvertretende Pressesprecherin beim DVR.
cbormann@dvr.de

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