Editorial

 

Positive Prognose bei der Zahl der Verkehrstoten 2016 kein Grund zum Zurücklehnen
 

Nach Schätzungen des Statistischen Bundesamtes wird die Zahl der Todesopfer im Straßenverkehr für das Jahr 2016 bei rund 3.300 liegen. Damit würde die Summe der Verkehrstoten erstmals seit drei Jahren wieder sinken – und zwar um fünf Prozent gegenüber 2015. Bei den Verletzten ist dagegen eine Zunahme um gut einen Prozentpunkt auf annähernd 400.000 zu erwarten. Die Gesamtzahl der polizeilich registrierten Verkehrsunfälle wird sich bis zum Jahresende voraussichtlich um drei Prozent auf etwa 2,6 Millionen erhöhen. Das wäre der höchste Wert seit der deutschen Vereinigung. Die Zahl der Unfälle mit Personenschaden wird schätzungsweise um ein Prozent auf 308.000 steigen.

So positiv die Entwicklung bei der Zahl der Verkehrstoten auch ist, mit Blick auf die verletzten Opfer von Straßenverkehrsunfällen ist eines ganz klar: Wir müssen für diese Gruppe ebenfalls konkrete Reduktionsziele definieren und dürfen nicht nachlassen, weitere Sicherheitspotenziale im Bereich der Fahrzeugtechnik, der Infrastruktur und der positiven Verhaltensbeeinflussung der Verkehrsteilnehmenden auszuschöpfen.

Das Thema Ablenkung wird dabei weiterhin eine zentrale Rolle spielen. Laut einer aktuellen repräsentativen Umfrage des Allianz Zentrums für Technik (AZT) greifen 46 Prozent der Autofahrerinnen und Autofahrer während der Fahrt zum Handy. Etwa drei Viertel der Befragten sind regelmäßig durch die Benutzung verbauter Technik im Fahrzeug abgelenkt. Die Studie sieht einen klaren Zusammenhang zwischen Ablenkung und Unfallrisiko. So berichten 60 Prozent der Fahrerinnen und Fahrer, die in den zurückliegenden drei Jahren in Unfälle verwickelt waren, dass sie ihr Mobiltelefon beim Fahren in die Hand genommen hatten. Bei Personen ohne Unfallerlebnis waren es nur 37 Prozent. Auffällig war auch, dass 52 Prozent der Befragten sich durch telefonierende Mitfahrende abgelenkt fühlen.

Für die AZT-Experten ist Ablenkung durch Smartphone und Co. bereits heute gefährlicher als Alkohol am Steuer. Sie gehen davon aus, dass etwa jeder zehnte Unfall mit Getöteten im Straßenverkehr auf Ablenkung zurückzuführen ist. Und das ist wahrscheinlich noch niedrig gegriffen. Dem Fazit der Studie „Smartphones gefährden Menschenleben“ ist nichts hinzuzufügen.

Die Straßenverkehrsordnung muss dem heutigen Stand der Kommunikationstechnik angepasst werden. Der DVR begrüßt daher, dass die Bundesregierung den sogenannten Handy-Paragrafen auf mobile Geräte wie zum Beispiel Tablets und E-Book-Reader ausweiten will.

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen bei der Lektüre,
herzlichst, Ihr

Sven Rademacher, Chefredakteur
srademacher@dvr.de

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DVR-report 4/2016

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