Editorial

 

Höhere Strafen für Raser und Gaffer
 

Die Teilnahme und Veranstaltung illegaler Autorennen von einer Ordnungswidrigkeit zu einer Straftat heraufzustufen, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Es kann nicht sein, dass rücksichtslose „PS-geschwängerte“ Raser unsere Innenstädte zu Rennstrecken erklären und Menschenleben gefährden, nur um einen Adrenalin-Kick zu erleben. Dass zukünftig grob verkehrswidrige und erhebliche Überschreitungen der Höchstgeschwindigkeit strafbewehrt sind, ist daher im Sinne der Verkehrssicherheit ein positives Signal. Allerdings muss damit einhergehend die Verkehrsüberwachung deutlich verbessert werden, denn nicht angepasste Geschwindigkeit ist nach wie vor Ursache Nummer eins bei den Unfällen mit Todesfolge.

In der Diskussion sind weitere Strafverschärfungen, zum Beispiel, wenn die Rettungsgasse nicht richtig gebildet wird. Leider ist es in jüngster Vergangenheit, zuletzt nach dem schweren Busunglück auf der A9, immer wieder vorgekommen, dass die Rettungsgasse nicht oder zu spät und unzureichend gebildet worden ist. Dabei kommt es nach einem Unfall auf jede Sekunde an, Menschenleben zu retten und Unfallopfer zu versorgen.

Und die Regel ist doch so einfach: Sobald Fahrzeuge auf Autobahnen und Außerortsstraßen mit mindestens zwei Fahrstreifen für eine Fahrtrichtung mit Schrittgeschwindigkeit fahren oder die Fahrzeuge stehen, müssen alle Fahrzeuge sofort eine Rettungsgasse bilden – schon bevor Sirenen von Polizei, Notarzt oder Feuerwehr zu hören sind. Fahrzeuge, die auf dem linken Fahrstreifen fahren, weichen nach links aus. Fahrzeuge auf einem der übrigen Fahrstreifen fahren nach rechts – unabhängig davon, wie viele Fahrstreifen vorhanden sind.

Ärgerlich sind auch die sensationslüsternen Gaffer, die extra langsam an einer Unfallstelle vorbeifahren. Nicht selten wird dann sogar noch das Smartphone gezückt, um das schreckliche Ereignis im Bild festzuhalten. Hier ist der Ruf nach harter Bestrafung allzu verständlich. Doch was wollen wir unseren Ordnungshütern noch aufbürden, die in der Regel ausreichend damit beschäftigt sind, sich um die Unfallfolgen zu kümmern. Nein, hier muss jeder Verkehrsteilnehmende sein eigenes Verhalten hinterfragen, die Unfallstelle zügig passieren oder helfen, wenn es notwendig ist.

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen bei der Lektüre,
herzlichst, Ihr

Sven Rademacher, Chefredakteur
srademacher@dvr.de

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DVR-report 2/2017

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