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Wir sind dabei – ein abwechslungsreicher Tag für mehr Verkehrssicherheit

13. bundesweiter Aktionstag zur Unfallprävention


Von Laura Breuer

Ob ein Malblock für Kinder, ein Seniorenpaket mit Medien oder Banner mit dem Schriftzug „Wir sind dabei! – Tag der Verkehrssicherheit“: Der DVR bot allen Akteuren auch in diesem Jahr wieder ein umfangreiches Angebot zur Unterstützung einzelner Aktionen zum „Tag der Verkehrssicherheit“.

Dass dieses Angebot gut angenommen wurde, sieht man unter anderem auch an den zahlreichen Veranstaltungen deutschlandweit, die im Rahmen des Tages der Verkehrssicherheit stattfanden. Über 140 Städte, Gemeinden, Schulen, Unternehmen, Vereine und soziale Einrichtungen haben sich auch in diesem Jahr wieder an dem Aktionstag beteiligt.

Die zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen ziehen seit 2005 bundesweit Tausende Interessierte auf Marktplätze, in Einkaufszentren, Fahrsicherheitszentren oder Werkstätten und bieten Prävention vor Ort. Alle Veranstaltungen haben unterschiedliche Verkehrssicherheitsthemen im Fokus und bilden daher die ideale Plattform, um die komplette Bandbreite der Verkehrssicherheitsarbeit darzustellen.

Ob Alkohol am Steuer, überhöhte Geschwindigkeit oder fehlende Rücksichtnahme im Straßenverkehr, Verkehrssicherheit hat viele Facetten und wird durch viele Initiativen, Kampagnen oder Medien unterschiedlichster Organisationen thematisiert.

Um den Teilnehmern des Tages der Verkehrssicherheit die Möglichkeit zu geben, sich für mehr Verkehrssicherheit auszusprechen, hat der DVR in diesem Jahr Sportvereine dazu aufgerufen, sich an der Banneraktion „Wir sind dabei“ zu beteiligen. Sie wurden gebeten, vom DVR kostenfrei zur Verfügung gestellte Banner aufzuhängen. Zusätzlich konnten sie sich damit fotografieren lassen und das Foto auf die Webseite laden. Alle Informationen rund um diese Aktion sind unter www.tag-der-verkehrssicherheit.de/banneraktion einsehbar.

Für Veranstalter von Seniorennachmittagen bot der DVR in diesem Jahr erstmalig ein extra für sie gepacktes Themenpaket mit Flyern und Anregungen für einen Verkehrssicherheitsnachmittag an, der ohne großen Aufwand durchgeführt werden kann.

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) nutzte den Tag der Verkehrssicherheit für einen Aufruf anlässlich des 200. Geburtstages des Fahrrads. Die Städte und Gemeinden wurden gebeten, sich an einem kommunalen Fahrradaktionstag in der Woche ab dem 12. Juni 2017 zu beteiligen. Ziel des Aktionstages war es, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die vielfältigen Vorteile des Radfahrens zu lenken. Die Nutzung des Fahrrads als attraktive und klimaschützende Alternative zum Auto sollte auf diese Weise beworben werden. Der Fahrradaktionstag stand unter der Schirmherrschaft von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt. Partner des DStGB waren der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) und der DVR sowie der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV).

Auch die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) e. V. nahm sich des Themas Verkehrssicherheit an. Vom 13. bis 21. Mai 2017 gab es im Rahmen der „Aktionswoche Alkohol“ viele Aktionen und Veranstaltungen mit dem Schwerpunktthema „Kein Alkohol unterwegs!“. Die Aktionswoche findet seit 2007 alle zwei Jahre statt. In ganz Deutschland engagieren sich unzählige Freiwillige, Ehrenamtliche und Fachkräfte aus den Bereichen Selbsthilfe, Suchthilfe und Suchtprävention unter dem WHO-Motto „Alkohol? Weniger ist besser!“.

Der nächste Tag der Verkehrssicherheit findet am 16. Juni 2018 statt. Aktuelle Informationen, Checklisten sowie ein Downloadbereich sind unter www.tag-der-verkehrssicherheit.de zu finden. Hier besteht auch die Möglichkeit, eigene Veranstaltungen anzumelden und so eine breite Öffentlichkeit zu informieren. Ein kostenloses Faltblatt zum Tag der Verkehrssicherheit bietet Tipps zur Durchführung einer eigenen Veranstaltung und kann direkt beim DVR bestellt werden.

Ansprechpartnerin beim DVR zum Tag der Verkehrssicherheit ist Laura Breuer
[ lbreuer@dvr.de, +49(0)228 40001-34].

www.tag-der-verkehrssicherheit.de

Die Autorin ist Sachgebietsleiterin Öffentlichkeitsarbeit Initiativen / Veranstaltungen.

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Rettungsgasse rettet Leben

ARCD gibt Tipps zum richtigen Verhalten

Je früher Einsatzkräfte zum Unfallort gelangen, desto schneller und besser können sie sich um Verunglückte kümmern. Eine Rettungsgasse erleichtert den Rettungskräften das Durchkommen erheblich, und auch unfallbedingte Staus lassen sich letztlich schneller auflösen. Der Auto- und Reiseclub Deutschland (ARCD) erinnert daran, dass das Bilden einer Rettungsgasse bei Stau oder Schrittgeschwindigkeit eine gesetzliche Pflicht ist.

Erst im Dezember 2016 wurde die Regelung in der Straßenverkehrsordnung (StVO) vereinfacht und konkretisiert: „Sobald Fahrzeuge auf Autobahnen sowie auf Außerortsstraßen mit mindestens zwei Fahrstreifen für eine Richtung mit Schrittgeschwindigkeit fahren oder sich die Fahrzeuge im Stillstand befinden, müssen diese Fahrzeuge für die Durchfahrt von Polizei- und Hilfsfahrzeugen zwischen dem äußerst linken und dem unmittelbar rechts daneben liegenden Fahrstreifen für eine Richtung eine freie Gasse bilden.“ Dies gilt für alle Fahrzeuge, also auch für Motorräder, Lkw und Busse. Wichtig ist es, schon bei stockendem Verkehr und Staubeginn die Spur freizuhalten – und nicht erst, wenn sich das erste Einsatzfahrzeug nähert. „Viele machen außerdem den Fehler, nach Passieren des ersten Hilfsfahrzeugs die Lücke wieder zu schließen. Dabei könnten weitere Fahrzeuge folgen“, sagt ARCD-Pressesprecher Thomas Schreiner.

Das Befahren des Seitenstreifens einer Autobahn zum schnelleren Vorwärtskommen ist grundsätzlich nicht erlaubt, auch nicht zum Bilden der Rettungsgasse.

Und wie sieht es bei Baustellen aus? „Auch wenn es hier oft recht eng zugeht, muss man zumindest versuchen, Platz für die Rettungsgasse zu schaffen. So können Einsatzkräfte wenigstens mit einem Motorrad schnell zur Unfallstelle gelangen“, so Schreiner. Wer sich nicht an die Vorschrift hält, riskiert ein Verwarnungsgeld in Höhe von 20 Euro. Bei schwerwiegender Behinderung droht außerdem eine strafrechtliche Verfolgung. Interessant für Urlauber: Ähnliche Vorschriften gelten auch in anderen Ländern wie Österreich, Schweiz, Tschechien und Slowenien. Hier können im Übrigen auch weitaus höhere Bußgelder fällig werden – in Österreich beispielsweise bis zu 2.180 Euro.

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Wenn das Fahrrad in die Autotür kracht

UDV: Unfälle sind oft vermeidbar

Unfälle, bei denen Radfahrende in eine sich öffnende Autotür fahren, passieren vergleichsweise selten, sind aber häufig sehr schwer. Das hat eine Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV) auf Basis der eigenen Unfalldatenbank ergeben.

Danach kollidierte bei rund jedem 14. Unfall zwischen Pkw und Fahrrad ein Radler mit einer sich öffnenden Autotür, meist der Fahrertür. Rund jeder fünfte dieser Unfälle endete mit einer schweren Verletzung für die Radfahrenden – meist sind es Kopfverletzungen und Verletzungen der Beine (je 40 Prozent).

Oft geschehen diese Unfälle dort, wo es keine separate Radverkehrsführung wie Schutzstreifen oder Radfahrstreifen gibt, also an „normalen“ Straßen, an denen die Radfahrenden direkt am parkenden Verkehr vorbeifahren müssen. „Parkende Fahrzeuge stellen grundsätzlich ein Risiko für Radfahrer dar. Das muss bei allen Infrastrukturplanungen berücksichtigt werden“, sagt Siegfried Brockmann, Leiter der UDV. Bei der Anlage von Fahrradstraßen sollten deshalb grundsätzlich keine parkenden Autos zugelassen werden. Neben auf der Fahrbahn befindlichen Radfahr- oder Schutzstreifen sollten ebenfalls keine Parkflächen ausgewiesen werden. Wo diese schon vorhanden seien, müsse ein mindestens 50 Zentimeter breiter Sicherheitsstreifen markiert werden, so der Unfallforscher.

Um diese Tür-Unfälle zu verhindern, sind auch technische Lösungen gefragt, die aussteigende Autofahrende nicht nur warnen, sondern konsequent das Öffnen der Türen kurz vor und während des Vorbeifahrens der Radfahrerinnen und Radfahrer verhindern. „Nach unseren Berechnungen würden die Türen nur sehr kurz blockiert werden“, so Brockmann. Immerhin elf Meter vorher müssten Radfahrende, die mit 20 km/h unterwegs sind, bemerken, dass die Tür aufgeht, um noch zum Stillstand bremsen zu können. Ausweichmanöver brauchen bei einspurigen Fahrzeugen ähnlich lange Strecken und sind überdies wegen überholender Autos oft gar nicht möglich.

Da solche technischen Systeme bisher nicht erhältlich sind, müssten Autofahrende vor dem Aussteigen außer in den Außenspiegel auch konsequent über die linke Schulter nach hinten schauen. Sie sollten sich deshalb angewöhnen, die Fahrertür mit der rechten Hand zu öffnen. Durch das Drehen des Oberkörpers wandert der Blick quasi automatisch seitlich nach hinten – also auf die Fahrbahn.

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Das nervt Fahrradfahrende am meisten

Repräsentative Befragung des ACV

Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland sind vor allem durch unvorsichtiges Verhalten anderer Personen im Straßenverkehr genervt. Das hat eine repräsentative Umfrage des Automobil-Clubs Verkehr (ACV) ergeben. 81 Prozent der befragten Personen ärgerten sich über das risikoreiche Verhalten von Menschen am Steuer von Auto oder Bus sowie von Fußgängerinnen oder Fußgängern.

Sieben von zehn Befragten nannten schlechte oder fehlende Radwege als Ärgernis. Auch falsche Spurführungen oder fehlender Winterdienst auf Radwegen fielen in diese Kategorie. An vielen Stellen enden Fahrradwege buchstäblich im Nichts, enden abrupt oder fehlen gänzlich.

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ifz: Helm abnehmen nach Unfall
 

Nach einem Motorradunfall sollte der verunfallten Person der Helm abgenommen werden. Das Risiko, bei Bewusstlosigkeit im Helm zu ersticken, ist für die verletzte Person weit größer als das Verletzungsrisiko beim Abnehmen des Helms. Trotzdem sollte der Helm mit größter Vorsicht abgenommen werden, um Halswirbelverletzungen zu vermeiden. Darauf weist das Institut für Zweiradsicherheit (ifz) hin.

Auch Helme, bei denen sich die vordere Helmseite komplett hochklappen lässt, müssen abgenommen werden. Nur so sind eine korrekte Atemspende und eine eventuell später notwendige stabile Seitenlage möglich. Sollte es beim Abnehmen des Helms Schwierigkeiten geben, kann der Helmriemen einfach durchgeschnitten werden.


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Rote Karte für Raser und Rowdies

DEKRA-Umfrage: Mehrheit der Deutschen spricht sich für härtere Strafen aus

Die Mehrheit der Menschen in Deutschland befürwortet härtere Strafen bei Vergehen im Straßenverkehr, wenn dies die Verkehrssicherheit erhöhen würde. In einer repräsentativen forsa-Umfrage im Auftrag von DEKRA sprachen sich 80 Prozent der Befragten dafür aus, dass bei gefährlichen Verkehrsverstößen schneller als bisher Fahrverbote verhängt oder Führerscheine eingezogen werden sollten.

Rund zwei Drittel der 1.004 befragten Personen hielten mehr Verkehrskontrollen für sinnvoll, wenn diese an gefährlichen Stellen wie vor Schulen und Kindergärten oder an Unfallschwerpunkten stattfinden. 27 Prozent waren dafür, dass generell flächendeckend mehr kontrolliert und geblitzt wird.

89 Prozent der Befragten empfanden 20 Euro Bußgeld, wenn keine Rettungsgasse gebildet wird, als zu niedrig. Während 56 Prozent ein Bußgeld von 60 Euro für die Handynutzung am Steuer für zu niedrig hielten, stuften 33 Prozent diesen Betrag als angemessen ein. Eine Zwei-Drittel-Mehrheit (65 Prozent) hält 25 Euro Strafe für Geschwindigkeitsüberschreitungen von elf bis 15 km/h innerorts für „angemessen“. Nur 27 Prozent wollen hier höhere Strafen.

Alles in allem halten 43 Prozent das Niveau der Bußgelder für Verkehrsverstöße für zu niedrig. Nur wenig mehr (45 Prozent) halten das Niveau für angemessen. Lediglich sieben Prozent der repräsentativ Befragten denken, die Bußgelder seien allgemein zu hoch.

Höhere Strafen können durchaus Einfluss auf die Fahrdisziplin haben: Zwei Drittel (65 Prozent) der Führerscheininhaber unter den Befragten geben an, dass sie im Ausland vorsichtiger und langsamer fahren, wenn sie wissen, dass dort die Strafen höher sind.

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KÜS: Auch technische Mängel als Unfallursache
 

Technik- und Wartungsmängel an Kraftfahrzeugen beeinflussen das Unfallgeschehen. Dies bestätigen Ergebnisse aus rund 2,8 Millionen Hauptuntersuchungen der Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger (KÜS) im Jahr 2016. Nach amtlicher Statistik 2016 wurden 3.576 Verkehrsunfälle mit Personenschaden registriert, die auf technisches Versagen der Fahrzeuge zurückzuführen waren.

568 Mal waren Mängel an der Beleuchtungsanlage die Unfallursache. Die Prüfingenieure der KÜS stellten insgesamt 760.442 Mängel an der Beleuchtungsanlage von Fahrzeugen fest. Die Bereifung von Fahrzeugen wurde 1.037 Mal für Unfälle mit Personenschaden verantwortlich gemacht. 94.480 der bei der KÜS registrierten Schäden bezogen sich auf Reifen. Die Mängel können hier zu geringe Profiltiefe aber auch Beschädigungen am Reifen oder auch eine falsche Montage sein.

Ein sicherheitsrelevantes Teil am Fahrzeug ist die Bremsanlage. Bei Unfällen mit Personenschäden stellte die Polizei 2016 insgesamt 722 Mal Mängel an der Bremse als Ursache fest. In der KÜS-Statistik stehen beanstandete Bremsanlagen mit 625.094 registrierten Beschädigungen in der Liste. Dabei sind Verschleiß an Teilen der Bremsanlage oder Undichtigkeiten der Bremsleitungen häufig aufgezeigte Probleme, die fatale Folgen haben können.

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