Europa

Betriebliche Verkehrssicherheit erhöhen

Expertentreffen zum EU-Projekt PRAISE

Ein systematisches Sicherheitsmanagement verhindert Unfälle und erhöht die Wirtschaftlichkeit für Betriebe. (Foto > DVR)
vergrößern Ein systematisches Sicherheits­management verhindert Unfälle und erhöht die Wirtschaftlichkeit für Betriebe. (Foto > DVR)

Die Verkehrssicherheit in den Betrieben zu erhöhen ist das Ziel des von der EU geförderten Projekts PRAISE (Preventing Road Accidents and Injuries for the Safety of Employees). Straßenverkehrsunfälle sollen vermieden werden, um die Sicherheit der Arbeitnehmer zu erhöhen. Positive praktische Beispiele sollen gesammelt und ausgetauscht werden und Unternehmen sowie Arbeitnehmern helfen, Sicherheitsstandards in der betrieblichen Verkehrssicherheit zu verbessern.

Mitte Juni trafen in Sankt Augustin rund 60 Experten der betrieblichen Verkehrssicherheitsarbeit zu einem Austausch zusammen. Gastgeber war das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Es war das vierte so genannte „Länderseminar“, das der Europäischen Verkehrssicherheitsrat (ETSC) dieses Mal gemeinsam mit dem DVR organisiert hat.

„Die Teilnahme nationaler und internationaler Experten spiegelt die Komplexität und die Vernetzung der Verkehrssicherheitsarbeit in Deutschland und Europa wider. Verkehrssicherheit endet nicht an nationalen Grenzen und für die Betriebe ist sie ein Wettbewerbsfaktor, der immer stärker an Bedeutung gewinnt“, sagte Jacqueline Lacroix, Referatsleiterin für Europa beim DVR.

Maria Cristina Marolda, DG MOVE. (Foto > DVR)

Maria Cristina Marolda, DG MOVE. (Foto > DVR)


Maria Cristina Marolda unterstrich als Vertreterin der EU-Kommission (DG MOVE) die wichtige Rolle der betrieblichen Verkehrssicherheit im Rahmen der EU-Verkehrssicherheitspolitik: „Die im letzten Jahr veröffentlichten Leitlinien für eine Verkehrssicherheitspolitik in der EU unterstreichen die Notwendigkeit eines integrierten Ansatzes in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Politikbereichen wie Arbeit und Soziales, Gesundheit, Binnenmarkt, Forschung und Energie sowie Umwelt.“ Den wichtigen Stellenwert der Verkehrssicherheit im Bereich des Arbeits- und Gesundheitsschutzes machte Elke Schneider von der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz deutlich. Über die institutionellen Rahmenbedingungen der betrieblichen Verkehrssicherheitsarbeit in Deutschland berichtete Dr. Sven Timm aus dem Stabsbereich Prävention der DGUV.

Anschließend wurden drei Beispiele aus der Praxis betrieblicher Verkehrssicherheitsarbeit präsentiert. Gudrun Gericke von der Friedrich- Schiller-Universität Jena stellte zunächst das Projekt GUROM vor, ein Instrument zur Risikobewertung für eine effiziente Präventionsarbeit. Herbert Gohl von der Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) erläuterte ein Kooperationsmodell der Berufsgenossenschaften mit dem DVR. Über die Verkehrssicherheitsarbeit eines „global players“, eines weltweit agierenden Unternehmens, informierte Ralf Schäfer von der Deutschen Post DHL.

„Gerade Betriebe können einen großen Beitrag dazu leisten, die Anzahl und Schwere der Verkehrsunfälle zu reduzieren. Dieser Bereich der Verkehrssicherheitsarbeit liegt in vielen Ländern der EU noch brach und birgt ein enormes Sicherheitspotenzial“, sagte ETSC-Geschäftsführer Antonio Avenoso abschließend.

Das PRAISE-Projekt wird vom ETSC koordiniert, unterstützt von der Europäischen Kommission, dem DVR sowie weiteren Partnern wie der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) aus der Schweiz und der spanischen MAPFRE-Stiftung.