Bundesfamilienministerium, Deutscher Verkehrssicherheitsrat und ADAC starten gemeinsam Fahrtraining für Zivis

Zivildienstleistende im Fahrdienst werden nach bundesweit einheitlichen Regelungen geschult

Hannover, 25. August 2009 (DVR) – Ab 1. Oktober 2009 erhält jeder im Fahrdienst tätige Zivildienstleistende ein individuelles Fahrtraining. Ziel ist es, die Fahrsicherheit der Zivis im Straßenverkehr zu erhöhen – einerseits im Umgang mit dem anvertrauten Dienstfahrzeug, andererseits beim Transport zum Beispiel älterer oder behinderter Menschen. Dazu starten das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) sowie der ADAC eine Kooperation.

"Bei meinen Besuchen in den Zivildienststellen sagen mir viele soziale Einrichtungen immer wieder, wie hilfreich solche Übungsstunden sind“, sagt der Bundesbeauftragte für den Zivildienst, Dr. Jens Kreuter. „Das gilt nicht nur für die Dienststelle und ihren Fuhrpark, sondern vor allem für die Zivis selbst. Viele junge Männer, die das Training schon hinter sich haben, sind davon begeistert. Diese gute Praxis möchte ich im Rahmen der Gestaltung des Zivildienstes als Lerndienst weiter ausbauen. Gemeinsam mit dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat haben wir deswegen klare Mindestanforderungen für alle Zivildienstleistende hinter dem Steuer entwickelt", so Dr. Kreuter weiter.

„Zivildienstleistende bekommen im Fahrdienst eine hohe Verantwortung übertragen. Daher ist es umso wichtiger, dass sie für diesen Einsatz optimal vorbereitet werden. Ich begrüße sehr, dass sich die Sicherheitstrainings für die Zivildienstleistenden an den Richtlinien des Deutschen Verkehrssicherheitsrates orientieren“, sagt DVR-Präsident Dr. Walter Eichendorf.

Der ADAC begrüßt als ein Partner des Bundesamtes für den Zivildienst die Einführung des Fahrtrainings für Zivildienstleistende. „Das Risiko, unterwegs im Dienst in kritische Situationen zu gelangen, ist für junge Menschen besonders hoch. Ein gezieltes Fahrsicherheitstraining wie beim ADAC liefert hier eine optimale Vorbereitung“, erklärt ADAC-Vizepräsident für Verkehr Ulrich Klaus Becker.

Der Auftakt der Kooperation findet in Hannover statt. Das Landesbildungszentrum für Blinde – eine Fördereinrichtung des Landes Niedersachsen für blinde und hochgradig sehbehinderte junge Menschen – beschäftigt 22 Zivildienstleistende. „Sicherheit ist das oberste Gebot beim Transport unserer Kinder“, so die Leiterin der Einrichtung Maria Grodzki.

Das Training umfasst in der Regel fünf Stunden. Ob es von der Dienststelle selbst mit entsprechend geschultem Personal, in Kooperation etwa mit der Polizei oder durch einen externen Anbieter durchgeführt wird, entscheidet allein die Dienststelle. Sie trägt auch die Kosten – wie insgesamt für die Einarbeitung der Zivildienstleistenden. Die Weiterbildung beinhaltet Aspekte wie defensive Fahrweise und Fahrgastverhalten sowie – im praktischen Teil – besondere Fahrsituationen wie kontrolliertes Kurvenfahren, Ausweichen, Spurwechsel und Einparken. Nach Angaben des Deutschen Verkehrssicherheitsrates sind junge Männer zwischen 18 und 24 Jahren die Hauptrisikogruppe im Straßenverkehr. Zu dieser Gruppe zählen auch die mehr als 85.000 Zivildienstleistenden, die pro Jahr ihren Dienst antreten. Zivildienststellen, die zum Teil seit langem spezielle Fahrtrainings durchführen, haben damit bisher sehr gute Erfahrungen gemacht.

Weitere Informationen über die Sicherheitstrainings und -programme, die von Mitgliedern des DVR qualitätsgesichert durchgeführt werden, finden Sie unter www.dvr.de/sht. Neben Angaben zu Kosten und Anbietern steht auch eine Trainingsplatzsuche zur Verfügung.



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