Mehr Sicherheit für Einsatzfahrzeuge

DVR bietet simulatorbasiertes Seminarkonzept

Bonn, 7. September 2009 – Der Arbeitsplatz in einem Polizei-, Feuerwehr-, oder Rettungswagen birgt ein großes Gefährdungspotential, denn Einsatzfahrten sind Ausnahmesituationen im Straßenverkehr, die vielfältige Anforderungen an die Fahrer stellen. Der Stress des Einsatzes, das Verkehrsgeschehen, Funkverkehr, Kommunikation mit dem Beifahrer und der Geräuschpegel des Martinshorns beanspruchen den Fahrer enorm. Um dieses Gefährdungspotential zu entschärfen, helfen Ge- und Verbote nicht weiter. Hier muss es darum gehen, im Vorfeld Kenntnisse über die besondere Belastungssituation und Handlungsstrategien zu deren Vermeidung oder Beherrschung zu vermitteln.

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) hat speziell für Fahrer von Rettungsfahrzeugen ein neues simulatorgestütztes Schulungsprogramm entwickelt, das sich derzeit in der Pilotphase befindet. Finanziert wird das Pilotprogramm durch die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV).

Ziel des Seminarkonzeptes ist es, das Profil der Einsatzfahrer insbesondere in den Aspekten Wahrnehmungs-, Entscheidungs- und Verhandlungskompetenz zu verbessern und zu trainieren. Aktivseminare mit hohem kommunikativem Anteil sind geeignet, Einsichten hervorzurufen und stoßen durch praktisches Erfahren in simulierten Szenarien Verhaltensänderungen an.

Der methodische Schwerpunkt dieses Seminarteils zielt darauf ab, die diskutierten Belastungsaspekte und die zu deren Vermeidung oder Abschwächung erarbeiteten Handlungsstrategien erfahrbar zu machen. Dazu wird ein Fahrsimulator eingesetzt, der entsprechende Verkehrsszenarien bietet.

Simulatoren besitzen im Bereich der Aus- und Weiterbildung von Einsatzfahrern besondere Vorteile. Gefährdungssituationen wie Mehrfachbelastungen und Funkverkehr können realitätsnah dargestellt und trainiert werden.

Für typische Unfallschwerpunkte werden spezifische Übungsszenarien entwickelt, die die typischen Belastungsarten enthalten. Der Fahrer muss die Situation durch Anwendung der erlernten Handlungsstrategien bewältigen und soll zur Einsicht gelangen, dass er seiner Verpflichtung nur nachkommen kann, wenn er sicher am Einsatzort ankommt.

Auch auf Autobahnen ist die Gefahr für Rettungsfahrzeuge und deren Besatzung groß. Herannahende Verkehrsteilnehmer erkennen Unfallstellen zu spät und fahren auf Einsatzfahrzeuge auf. In einem Antrag an den Verkehrsausschuss des Bundesrates regt der Freistaat Sachsen zu einer Änderung der Straßenverkehrzulassungsordnung (StVZO) an.

Zusätzliche gelbe Leuchten am Heck sollen die Sichtbarkeit der Einsatzfahrzeuge erhöhen.

Gerade vor diesem Hintergrund erhält das Thema Verkehrssicherheitsschulung eine noch größere Bedeutung.

Informationen erhalten Sie bei:

Deutscher Verkehrssicherheitsrat, Jochen Lau, Tel. 0228/40001-0, JLau@dvr.de

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