49. Deutscher Verkehrsgerichtstag: Schärfere Kontrollen und engere Zusammenarbeit nötig

Goslar, 28. Januar 2011 – Auf dem 49. Verkehrsgerichtstag vom 26. bis 28. Januar 2011 in Goslar stand die Verkehrssicherheit an erster Stelle. Rund 1.600 Juristen und Fachleute aus Ministerien, Verbänden und Behörden diskutierten unter anderem die Themen Drogendelikte im Straßenverkehr, Risiken des Schwerlastgüterverkehrs und sachgerechte Untersuchung tödlicher Verkehrsunfälle. Sieben Arbeitsgruppen brachten wertvolle Empfehlungen für die zukünftige Verkehrssicherheitsarbeit auf den Weg.

Der Arbeitskreis „Lkw: Motor der Wirtschaft oder ‚rollende Bombe’“ unter der Leitung von DVR-Präsident Dr. Walter Eichendorf diskutierte, auch im Hinblick auf die zu erwartenden hohen Steigerungsraten im Straßengütertransport, die Sicherheitspotenziale im Lkw-Verkehr. Die Fachleute waren sich einig, dass die EU-weite Harmonisierung und fahrzeugklassenspezifische Anpassung im Bereich der Lenk- und Ruhezeiten weiter fortschreiten und verstärkte Kontrollen durch Bund und Länder erfolgen müssen. Eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h könnte darüber hinaus die Verkehrssicherheit und Wirtschaftlichkeit erhöhen sowie die Umwelt schonen.
Auch die flächendeckende Einführung von Fahrsicherheitssystemen wie Notbrems- oder Spurhalteassistent kann nach Meinung der Experten viele schwere Lkw-Unfälle verhindern. Dazu seien umfassende Aufklärungs- und Informationsarbeit, aber auch die eingehende Prüfung staatlicher Fördermöglichkeiten nötig. Hersteller werden gefordert, Fahrerassistenzsysteme nach dem neuesten Stand der Technik preisgünstig anzubieten, während Unternehmen und Spediteure die gebotenen technischen Möglichkeiten annehmen und nutzen müssten.

Fahrten unter Drogeneinfluss und die geringen Erfahrungswerte in diesem Bereich stellen für Verkehrssicherheitsarbeit und Strafverfolgung erhebliche Probleme dar. Die Experten des Deutschen Verkehrsgerichtstages empfehlen eine enge Zusammenarbeit zwischen Polizei und Fahrerlaubnisbehörden, um den Konsumenten harter Drogen nach einer Fahrt unter Rauschmitteleinfluss unverzüglich die Fahrerlaubnis entziehen zu können. Präventiv soll die Aufklärungsarbeit auf diesem Gebiet in allen beteiligten Institutionen, insbesondere in den Fahrschulen, weiter verstärkt werden.

Für eine intensivere Ursachenforschung soll nach tödlichen Verkehrsunfällen grundsätzlich eine Obduktion auf Alkohol, Drogen und Medikamente durchgeführt werden. Um die Ursachen schwerer und tödlicher Verkehrsunfälle sachgerechter zu erforschen und daraus Präventionsmaßnahmen abzuleiten, empfiehlt der Arbeitskreis des Deutschen Verkehrsgerichtstages eine bundesweit einheitliche Form der Datenerhebung und -kategorisierung. Eine standardisierte Schnittstelle im Fahrzeug soll das Auslesen der vorhandenen unfallrelevanten Informationen erleichtern. Unfallstatistisch erhobene Daten mit darüber hinaus vorliegenden Erkenntnissen und Gutachten sollen miteinander verknüpft und zentral ausgewertet werden.

Den Originalwortlaut der Beschlüsse finden Sie auf der Webseite der Deutschen Akademie für Verkehrswissenschaft e.V. unter www.deutsche-verkehrsakademie.de.

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