GUROM – Neues Präventionsprojekt der betrieblichen Verkehrssicherheitsarbeit

Bonn, 16. Juni 2011 (DVR) – Die Zahl der Verletzten und Getöteten im Straßenverkehr ist seit Jahren rückläufig. Anders sieht die Entwicklung im Bereich der Arbeits-, Dienst- und Wegeunfälle aus. Im vergangenen Jahr stieg die Anzahl der meldepflichtigen Wegeunfälle um über 25 Prozent. Insgesamt sind Unfälle im Wirtschaftsverkehr für mehr als 50 Prozent aller tödlichen Unfälle im Arbeitsleben verantwortlich. Der Gefährdungsbeurteilung in Unternehmen kommt daher eine wesentliche Aufgabe zu. Das Projekt GUROM (Gefährdungsbeurteilung und Risikobewertung organisationaler Mobilität) bietet erstmals die Möglichkeit, eine Gefährdungsbeurteilung aller Wege auf individueller, Organisations- und Branchenebene durchzuführen. Untersuchungsschwerpunkt sind Umfeldfaktoren, die menschliches Versagen als Unfallursache beeinflussen, zum Beispiel Stress, Ablenkung oder Überforderung sowie deren Ursachen.

Eine Projektgruppe um Professor Dr. Rüdiger Trimpop von der Friedrich-Schiller-Universität Jena hat im Rahmen der Präventionskampagne „Risiko raus!“ dieses neue Instrument zur Gefährdungsbeurteilung entwickelt. Beauftragt vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) und unterstützt durch Experten aus Berufsgenossenschaften, Unfallkassen sowie der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) sollen Gefahren im Straßenverkehr bestimmt und Maßnahmen erarbeitet werden, um Risiken zu minimieren. Dabei geht es nicht nur um Arbeits- und Dienstwegeunfälle, sondern auch um die Sicherheit von Schulkindern, Studierenden und Ehrenamtlichen.

In mehreren Stufen bis zum Jahr 2012 werden unterschiedliche Gefährdungsfelder in die Erhebungen integriert. Das erste Untersuchungsmodul sind Arbeitswege, also Wege zur Arbeit und zurück nach Hause. Dieses Modul ist unter www.gurom.de bereits kostenfrei verfügbar. Als weitere Module folgen Schulwege, Dienst- und Betriebswege sowie Freizeitverkehr.

Nach dem TOP-Prinzip, das technische/verkehrsbezogene, organisationale und personale Faktoren unterscheidet, soll die Unfallwahrscheinlichkeit bei unterschiedlichen Auslösern bestimmt werden. Besonderes Augenmerk gilt der Kombination von Faktoren. Potenziert sich die Unfallgefahr, wenn man bei ungünstigen Witterungsbedingungen, unter großem Arbeitsstress stehend, morgens auf dem Arbeitsweg noch die Kinder in die Kindertagesstätte bringt oder wirken die ungünstigen Witterungsbedingungen in dieser Konstellation eher als Schutzfaktor, weil man bewusst vorsichtiger fährt?

Ziel von GUROM ist es, Gefährdungen für die einzelne Person zu ermitteln, entsprechende Rückmeldung zu geben und passende Präventionsmaßnahmen zu empfehlen. Betriebliche Akteure sollen die Gefährdungslage ganzer Abteilungen und Betriebe aufzeigen können. Einzelpersonen erhalten die Gelegenheit, individuelle Maßnahmen zu erarbeiten. Ein hoher Beteiligungsgrad sowohl bei Einzelpersonen als auch bei Unternehmen könnte es erstmalig europaweit ermöglichen, eine ganzheitliche Analyse von organisationalen, technischen, psychischen und situationsbedingten Gefährdungsfaktoren wie Nachtfahrten und Schichtarbeit auf Datenbasis in einen systematischen Zusammenhang zu stellen.

Online-Fragebögen zur Datenerhebung stehen unter www.gurom.de zur Verfügung. Unter allen Teilnehmern werden halbjährlich Eco-Driving-Trainings verlost.

Ansprechpartner DVR: Kay Schulte, 030 2266771-15, KSchulte@dvr.de



Downloads


jpg Pressefoto (RGB-Format, 6 MB)

jpg Pressefoto (CMYK-Format, 4,1 MB)

DVR-NEWSLETTER



TIPPS

Verkehrssicherheitsprogramme für Kinder
verkehrssicherheitsprogramme.de
Sicherheitstrainings und
-programme nach Richtlinien des DVR
www.dvr.de/sht