Alkoholbedingte Unfälle sind 2011 gestiegen

Bonn, 3. April 2012 (DVR) – Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei 305.938 Verkehrsunfälle, bei denen Menschen zu Schaden kamen. Im Vergleich zum Vorjahr war dies ein Anstieg um 6,1 Prozent. Die drei häufigsten Ursachen waren Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein- und Anfahren (60.199 Fälle), Missachtung von Vorfahrts- und Vorrangregeln (55.235 Fälle) sowie überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit (49.606 Fälle). In weiteren 43.655 Fällen war der Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug zu gering. Dies geht aus den vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) für das Jahr 2011 hervor.

Alkohol spielte bei insgesamt 15.887 Personenunfällen eine Rolle, dies entspricht einem Anstieg um 5,4 Prozent. Die Folgen von Alkohol am Steuer sind dabei immer besonders schwer: Obwohl nur einer von 19 Unfällen mit Personenschaden auf Alkoholeinfluss zurückging, war Alkohol für jeden zehnten Verkehrstoten und mehr als jeden zwölften Schwerverletzten verantwortlich. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) unterstreicht in diesem Zusammenhang seine Forderung nach einem absoluten Alkoholverbot am Steuer.

Zahl der getöteten Fußgänger steigt um 28 Prozent

Die Zahl der tödlich verunfallten Motorradfahrer stieg um 11,2 Prozent auf 706, die Zahl aller Verunglückten in diesem Bereich nahm um 13,7 Prozent auf 30.664 zu. 1.983 Pkw-Insassen kamen im vergangenen Jahr ums Leben, das waren 7,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Verletzten erhöhte sich leicht um 1,7 Prozent auf 215.113. Die Summe der im Straßenverkehr verunfallten Radfahrer stieg um 16,9 Prozent auf 76.669, die der Getöteten in diesem Bereich um 4,5 Prozent auf 398. Fußgänger kamen in 32.110 Fällen zu Schaden (+6,5 Prozent), 612 von ihnen wurden getötet – Das ist ein Anstieg um 28,6 Prozent.

Mehr ältere Menschen wurden Opfer von Verkehrsunfällen

In der Gruppe der Verkehrsteilnehmer unter 15 Jahren verunglückten 30.633 Menschen im Straßenverkehr und damit sieben Prozent mehr als im Vorjahr. 86 Kinder und Jugendliche wurden tödlich verletzt, das waren 18 weniger als 2010. Zwar sank die Zahl der getöteten Kinder im Pkw um rund ein Drittel auf 32, doch kamen hier anteilig mit 37,2 Prozent noch immer die meisten Kinder ums Leben. Die Zahl der verunglückten jungen Radfahrer stieg um 14,4 Prozent auf 10.909, gefolgt von 10.340 Verunglückten als Mitfahrer im Pkw.

Die Zahl der im Straßenverkehr verunfallten Menschen im Alter von 65 Jahren oder mehr ist im vergangenen Jahr um 11,9 Prozent gestiegen. Insgesamt kamen 45.334 ältere Menschen bei Verkehrsunfällen zu Schaden. Die Zahl der tödlich Verunglückten in dieser Altersgruppe stieg gegenüber dem Vorjahr um 14,3 Prozent auf 1.040. Den mit 33 Prozent stärksten Anstieg auf 302 Verkehrstote gab es bei Senioren, die als Fußgänger unterwegs waren. Der Anteil von älteren Verkehrsteilnehmern an der Summe aller Verunglückten betrug damit 11,4 Prozent, ihr Anteil an den Verkehrstoten jedoch 26 Prozent.



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