Mehr Rücksicht auf der Straße

Berlin, 7. Mai 2012 – Mit einer Pressekonferenz startete heute in Berlin eine breit angelegte Kommunikationskampagne zur Verbesserung des Verkehrsklimas auf den Straßen, mit der eine deutliche Erhöhung der Verkehrssicherheit erreicht werden soll. Das Modellvorhaben mit besonderem Fokus auf den Radverkehr wird zunächst in Berlin und Freiburg beispielhaft auch für andere deutsche Regionen umgesetzt. Finanziert wird die Kampagne vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) sowie dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) und der Unfallforschung der Versicherer (UDV). Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt und wird wissenschaftlich begleitet.

Der Parlamentarische Staatssekretär im BMVBS, Jan Mücke, wies auf das Ziel der Bundesregierung hin, gerade im Zusammenhang mit der Förderung des Radverkehrs innovative Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit zu fördern: „Wir wollen weitere Verbesserungen bei der Verkehrssicherheit erreichen. Mehr Rücksicht aller Verkehrsteilnehmer aufeinander – unabhängig vom Verkehrsmittel – ist hierfür ein maßgeblicher Baustein, gerade im dichten Stadtverkehr. Profitieren werden davon alle, insbesondere natürlich die vergleichsweise wenig geschützten Radfahrer.“


Berlins Verkehrssenator Michael Müller betonte zum Kampagnenstart, wie wichtig neben einer guten Infrastruktur auch Kommunikationsmaßnahmen für die Verkehrssicherheit sind. „Wir haben dieses Projekt auch deshalb initiiert, weil wir ein besseres Verkehrsklima in den Städten brauchen und dafür neue Wege beschreiten müssen“, sagte Müller. Die zweite Modellstadt Freiburg im Breisgau steht vor ganz ähnlichen Problemen, erläuterte Bürgermeister Professor Dr. Martin Haag: „Die Stadt Freiburg fördert seit vielen Jahren und mit hohen Investitionen den Radverkehr mit dem Ergebnis einer äußerst gut ausgebauten Radverkehrsinfrastruktur. Die Rücksicht-Kampagne ist für uns ein weiterer Baustein im Mosaik, um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer weiter zu erhöhen.“ Müller und Haag bedankten sich für die Unterstützung durch die Projektpartner und die zahlreichen weiteren lokalen Unterstützer in den beiden Städten.

DVR-Geschäftsführerin Ute Hammer begrüßte das Engagement der Kommunen und betonte die Bedeutung von Kampagnen für die Verkehrssicherheit: „Sie sind eine bewährte und erfolgreiche Methode in der Präventionsarbeit, um den Verkehrsteilnehmern die fatalen Folgen von Fehlverhalten deutlich zu machen und das Bewusstsein für die Eigenverantwortung zu schärfen. Verhalte dich so, dass du weder das eigene noch das Leben der anderen aufs Spiel setzt – denn ohne gegenseitige Rücksichtnahme wird es im wahrsten Sinne des Wortes zu Kollisionen kommen.“

Die Kampagne beschreitet dabei neue Wege. Weder droht sie mit dem erhobenen Zeigefinger, noch arbeitet sie mit Schuldzuweisungen. Stattdessen werden die Begriffe „Vorsicht“ und „Rücksicht“ aus dem Paragrafen 1 der Straßenverkehrsordnung (StVO) in den Mittelpunkt gestellt und mit den Mitteln einer Markenkampagne breit kommuniziert, vom klassischen Plakat über den Hörfunkspot bis zu Facebook und YouTube. Siegfried Brockmann, Leiter der UDV, hob den innovativen Charakter der Kampagne hervor: „Wenn die Verkehrsteilnehmer verstehen, dass gegenseitige Achtung das Verkehrssystem für alle sicherer macht, haben wir viel gewonnen. Indem wir ‚Rücksicht‘ zum erstrebenswerten Produkt machen, wird die abstrakte Vorschrift konkret erlebbar.“

Neben den Projektpartnern wird die Kampagne von einem breiten Bündnis weiterer Kooperationspartner unterstützt. Medienpartner in Berlin sind die Berliner Morgenpost, Spreeradio und die Wall AG. Weitere Partner in Berlin sind ABUS, der ADAC, der ADFC, die BBF BIKE GmbH, die Berliner Stadtreinigung (BSR) sowie die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und die S-Bahn Berlin. In Freiburg unterstützen die Medienpartner Badische Zeitung, Der Sonntag und die Wall AG die Rücksicht-Kampagne.

Ab dem 15. Mai wird die Kampagne auch in Freiburg zu sehen sein.

Weitere Informationen unter www.rücksicht-im-strassenverkehr.de.



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pdf Die Idee hinter der Kampagne (PDF, 1,7 MB)