Auszeichnung für Nachwuchsforscher

DVR-Förderpreis „Sicherheit im Straßenverkehr“

Bonn, 15. Mai 2012 (DVR) – Der Förderpreis „ Sicherheit im Straßenverkehr“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) wurde gestern in Maikammer (Rheinland-Pfalz) in den Räumen der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI) vergeben. Im Rahmen des 17. Workshops „Psychologie der Arbeitssicherheit und Gesundheit“ wurden die drei Preisträger geehrt. Die Preise sind mit insgesamt 7.500 Euro dotiert.

Den ersten Preis für ihre Bachelorarbeit am Braunschweiger Institut für Verkehrssicherheit und Automatisierungstechnik erhielt Nina Helling. Sie hat das in der Fahrausbildung erworbene Wissen von Fahranfängern untersucht und dabei den Fokus besonders auf das Bremsverhalten gerichtet. Mit Hilfe eines selbst entwickelten Fragebogens befragte sie 195 Schüler aus Braunschweiger Gymnasien, mit welchen Themen sie in der Ausbildung und der Prüfung konfrontiert wurden. Annahme war hierbei, dass die Aufgaben gut gelernt und vermittelt wurden, die häufig Bestandteil der Prüfung sind.
Wichtigste Ergebnisse: Aus Sicht der Befragten sind die für die Sicherheit unwichtigeren Einparkaufgaben im Gegensatz zu Notfallbremsungen in praktischen Prüfungen überrepräsentiert. Auch wird auf eine starke Verschiebung der angegebenen Situationseinschätzung von Fahranfängern nach Sicherheitstrainings (Überschätzung der Sicherheit, Risikokompensation) hingewiesen. Sollte dies auch in der Ausbildung der Fall sein, wäre dies ein Anlass, eine Veränderung der Lehr- und Prüfungsinhalte hin zu mehr sicherheitsrelevanten Themen zu fordern. Die Angaben zum Sicherheitsabstand von zwei Sekunden machen nach Ansicht von Jochen Lau, Referatsleiter Unfallprävention beim DVR, zum Beispiel deutlich, „dass bei einer Geschwindigkeit über 58 km/h bei einer Gefahrenbremsung der Unfall nicht verhindert werden kann“.

Über den zweiten Platz freute sich Monika Jagiellowicz von der Bayerischen Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Sie beschäftigte sich in ihrer Diplomarbeit mit dem Einfluss verschiedener Blutalkoholkonzentrationen (BAK) auf die Leistung im Fahrsimulator. 24 Probanden absolvierten eine repräsentative Teststrecke und wurden in verschiedene Versuchsgruppen eingeteilt: mit einer Blutalkoholkonzentration von 0,5 und 0,8 Promille sowie Kontrollgruppen mit und ohne Placebo-Effekt. Es wurden zwischen einem nüchternen Zustand und einer BAK von 0,5 sowie 0,8 Promille in nahezu allen untersuchten Bereichen signifikante Unterschiede für Fahrfehler festgestellt. Die Ergebnisse von vergleichbaren Simulatorfahrten – zum Beispiel unter dem Einfluss von Medikamenten – könnten damit verglichen werden, um die negative Wirkung der Arzneimittel auf die Sicherheit im Straßenverkehr abzuschätzen.

Die dritte Preisträgerin, Martina Schenk von der Technischen Universität Dresden, hat in ihrer Diplomarbeit eine Sicherheitsanalyse für die Stadt Chemnitz zur Erhöhung der Verkehrssicherheit durchgeführt. Sie identifizierte und untersuchte zunächst zehn Unfallschwerpunkte und entwickelte Vorschläge, die Verkehrssicherheit zu verbessern. Diese wurden sowohl hinsichtlich der Kosten als auch ihrer Auswirkung auf die Leistungsfähigkeit des Straßennetzes bewertet.

Die Jury setzte sich aus Professor Dr. Rüdiger Trimpop von der Universität Jena, Dr. Torsten Kunz, Präventionsleiter der Unfallkasse Hessen, und Jochen Lau zusammen.

DVR-NEWSLETTER



TIPPS

Wer macht was in Deutschland?
Verkehrssicherheitsprogramme, die bundesweit und für jeden zugänglich angeboten werden
verkehrssicherheitsprogramme.de