30 Jahre „Sicherheit auf allen Wegen“

Fortschritte in der betrieblichen Verkehrssicherheitsarbeit

Bonn, 24. Mai 2012 (DVR) – Heute vor genau 30 Jahren fiel nach einer intensiven Entwicklungs- und Erprobungsphase der Startschuss für eine Erfolgsgeschichte des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) und seiner Mitglieder: Auf einer Pressekonferenz in Bonn stellten die gewerblichen Berufsgenossenschaften und der DVR das gemeinsame Programm „Sicherheit auf allen Wegen“ vor. Ziel war und ist bis heute, die Verkehrssicherheit auf dem Arbeitsweg zu erhöhen und die Unfallzahlen im Berufsverkehr zu senken. Von Anfang an war dieses Programm langfristig angelegt und es hat sich längst zu einem Meilenstein der betrieblichen Verkehrssicherheitsarbeit entwickelt.

„Sicherheit auf allen Wegen“ beruhte zunächst auf drei Säulen: betriebliche Verkehrssicherheitsarbeit, berufsgenossenschaftliche Aus- und Weiterbildung und werbliche Maßnahmen.

In den ersten Jahren standen die „fünf goldenen Regeln des sicheren Arbeitsweges“ im Vordergrund. Hierzu wurden zahlreiche Medien und Aktionsformen entwickelt und umgesetzt. Dabei bewährte sich die verbandsübergreifende Struktur des DVR: Zahlreiche Mitgliedsorganisationen brachten ihr Know-how bei Veranstaltungen in den Betrieben mit ein.

Bereits 1981/82 war ein erster Leitfaden für unterschiedliche Lehreinheiten entstanden, der in der Bildungsarbeit der Berufsgenossenschaften eingesetzt wurde. „Der Lehrfilm `Sicherheit auf allen Wegen`, in dem zahlreiche Prominente wie Hans-Joachim Kulenkampff, Dieter Kürten und Thomas Gottschalk für die gute Sache warben, fand in den Seminaren ebenso Anklang wie in den Betrieben“, erinnert sich Jochen Lau, Referatsleiter Unfallprävention beim DVR und Mann der ersten Stunde.

Das Medienangebot wurde ständig erweitert. Um die besonders gefährdete Zielgruppe der Auszubildenden verstärkt ansprechen zu können, entstand im Jahr 1990 der Seminarbaustein „Alles im Griff?“. Auch Sicherheitstrainings wurden zunehmend in die betriebliche Verkehrssicherheitsarbeit integriert.

Im Zuge der deutschen Vereinigung galt es, „Sicherheit auf allen Wegen“ rasch und effektiv auf die neuen Bundesländer auszudehnen. In der Folge entstanden unter dem Titel „Apropos Straßenverkehr“ Programmbausteine, mit denen die Arbeitnehmer in speziellen Seminaren auf die Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung (StVO) vorbereitet wurden und sie für besonders wichtige Themen wie Abstand oder Geschwindigkeit sensibilisierten.

In den 1990er Jahren war bereits ein hoher Standard der Sicherheitsarbeit erreicht worden. Die Berufsgenossenschaften und Betriebe wollten die Maßnahmen der Verkehrssicherheitsarbeit stärker branchen- und unternehmensspezifisch gestalten. Mit dem daraufhin initiierten Modulsystem „Bausteine für den Berufsverkehr“ trug der DVR diesem Bedürfnis Rechnung. Neue Programme wie das Fahrspartraining im Realverkehr machten deutlich, dass Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Ökologie eine Einheit bilden können.

Computergestützte Lernformen wie die moderne Simulatortechnik und interaktive Programme gewannen immer mehr an Bedeutung. Heute können Betriebe aus einem umfangreichen Angebot erprobter Maßnahmen die auswählen und kombinieren, die für die jeweiligen Bedingungen am besten geeignet sind. Der DVR berät und hilft bei der Umsetzung.

Im Jahre 2007 fusionierten die Dachverbände der Berufsgenossenschaften (HVBG) und der Unfallkassen (BUK) zur Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Mit der Fusion waren nunmehr über die Unfallkassen auch Schüler, Studierende und Ehrenamtler mit im Boot.

„Die insgesamt positive Entwicklung der Unfallzahlen seit 1982 zeigt, dass bei vielen Beschäftigten eine dauerhafte Verhaltensänderung erreicht werden konnte. Dennoch bleibt viel zu tun. Die Zielperspektive der Vision Zero erfordert weitere Bemühungen, die Verkehrssicherheit zu erhöhen“, erläutert Lau. Der DVR, die gewerblichen Berufsgenossenschaften und Unfallkassen werden sich auch weiterhin dieser Aufgabe stellen. Konkret bedeutet das, die betriebliche Verkehrssicherheitsarbeit noch stärker in der Präventionsarbeit der gesetzlichen Unfallversicherungsträger zu verankern.

Ansprechpartner: Kay Schulte, Tel. 030 2266771-15, KSchulte@dvr.de

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