Ältere Autofahrer wünschen sich Mobilitätsberatung durch Ärzte

Bonn, 11. Dezember 2014 – Sicherheit am Steuer ist für viele ältere Autofahrer ein wichtiges Thema: Laut aktueller forsa-Umfrage* im Auftrag des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) haben sich 69 Prozent der Autofahrer ab 65 Jahren schon einmal darüber Gedanken gemacht, ab einem bestimmten Alter nicht mehr selbst mit dem Wagen unterwegs zu sein. Ein Großteil der Befragten (88 Prozent) würde sich zudem gern zum Thema „Fahrtüchtigkeit im Alter“ vom Arzt beraten lassen.

Die Realität sieht anders aus

Der Umfrage zufolge haben jedoch erst 15 Prozent der Befragten tatsächlich ihre Fahrfitness beim Arzt prüfen lassen. Und nur zwei Prozent der Befragten wurden von ihrem Arzt schon mal auf das Thema angesprochen. „Für Führerscheine gibt es kein Verfallsdatum, doch sollte jeder seine Fahrtüchtigkeit regelmäßig beim Arzt prüfen lassen“, so Sandra Demuth vom DVR. Oftmals schleichen sich unbemerkt Gesundheitsbeeinträchtigungen ein, die die Fahrsicherheit negativ beeinflussen können. Bewegungseinschränkungen machen zum Beispiel den Schulterblick schwieriger. Wird im Alter das Dämmerungssehen schlechter und nimmt die Blendempfindlichkeit zu, können Nachtfahrten gefährlich sein.

Angst, bei einer Untersuchung den Führerschein zu verlieren, muss man dabei nicht haben:„Autofahrer sollten nicht zögern und auf ihren behandelnden Hausarzt zugehen, er unterliegt der Schweigepflicht“, so Demuth. Tipp: Wird die Untersuchung im Rahmen eines allgemeinen Gesundheitschecks durchgeführt, der über die Prüfung der Fahrtüchtigkeit hinausgeht, übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten.

Fahrfitness erhalten

Wer seine Fahrfitness verbessern will, kann sich darüber hinaus bei verschiedenen Beratungsstellen wie den Verkehrswachten, dem ADAC und dem DVR informieren. Fahrsicherheitstrainings und -seminare helfen dabei, möglichst lange sicher mobil zu bleiben.

* Sichere Mobilität im Alter. Befragt wurden 1.003 Autofahrer ab 65 Jahren, Erhebungszeitraum: 20. Oktober bis 4. November 2014

Wie bleibt man möglichst lange fit am Steuer?
Drei Tipps von Ärztin und Fernsehmoderatorin Susanne Holst:

Machen Sie sich das Fahren einfacher

„Werden die Augen schlechter oder ist der Hals beim Schulterblick nicht mehr so beweglich wie früher, kann man einiges tun, um fit fürs Steuer zu bleiben. Klarheit über den eigenen gesundheitlichen Zustand kann ein Arztbesuch schaffen. Aber auch körperliche Fitness zahlt sich aus – sie lässt sich zum Beispiel durch den Besuch eines Gymnastikkurses steigern. Einfacher kann man sich das Fahren auch machen, indem man auf technische Helfer im Auto wie zum Beispiel Lichtassistenzsysteme oder Notbremsassistenten setzt.“

Verlassen Sie sich nicht nur auf sich selbst
„,Ich weiß selbst am besten, wie sicher ich am Steuer bin’ – das glauben viele Autofahrer. Oftmals sind es jedoch gerade Familienangehörige oder Freunde, die als Erste bemerken, wenn sich Probleme beim Fahren andeuten, wie zum Beispiel Unsicherheiten beim Einfädeln in den Verkehr. Ein wichtiger Partner in Sachen sichere Mobilität ist auch Ihr Hausarzt. Er kennt Ihre medizinische Vorgeschichte und kann mit einigen wenigen Tests prüfen, ob es gesundheitliche Beeinträchtigungen gibt, die sich auf die Fahrfitness auswirken können.“

Man lernt auch am Steuer nie aus

„Viele Autofahrer besitzen jahrelange Erfahrung und können Gefahrensituationen im Straßenverkehr gut einschätzen. Es empfiehlt sich dennoch, in regelmäßigen Abständen ein paar Fahrstunden zu nehmen oder ein Sicherheitstraining zu absolvieren.

So sind Sie schnell wieder auf dem neuesten Stand in puncto Verkehrsregeln und können Fahrfehler vermeiden, die sich manchmal mit den Jahren einschleichen.“

Die „Aktion Schulterblick“: Sicher mobil bis ins hohe Alter
Die „Aktion Schulterblick" des DVR macht auf die Notwendigkeit freiwilliger Gesundheitschecks aufmerksam. Mehr Informationen finden Sie unter www.dvr.de/schulterblick. Die „Aktion Schulterblick“ wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) unterstützt.

Der DVR wurde 1969 als Verein gegründet, hat mehr als 200 Mitgliedsorganisationen und ist Kompetenzträger in allen Fragen der Verkehrssicherheit.

Kontakt:

Sandra Demuth
Referatsleiterin
 Öffentlichkeitsarbeit Initiativen/Veranstaltungen
Deutscher Verkehrssicherheitsrat
Telefon: 0228-40001-53
Email: SDemuth@dvr.de



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