forsa: Ältere Autofahrer sprechen ihren Arzt nur selten auf das Thema Fahrtüchtigkeit an

Bonn, 13. Oktober 2015 – Eine aktuelle forsa-Umfrage1 im Auftrag des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) zeigt: Nur 19 Prozent der Autonutzerinnen und Autonutzer ab 65 Jahre haben ihre Hausärztin oder ihren Hausarzt bereits einmal darauf angesprochen, ob sich ihr Gesundheitszustand auf ihre Fahrtüchtigkeit auswirkt. Kein Wunder, denn knapp zwei Drittel der Befragten sind von den eigenen Fähigkeiten am Steuer überzeugt. So bewerten elf Prozent ihre persönlichen Fahrkünste mit einer Eins, 54 Prozent geben sich die Note Zwei.

Rechtzeitig Gesundheitscheck machen
Drei Viertel (74 Prozent) der Autofahrerinnen und Autofahrer wären jedoch bereit, ihre persönliche Fahrfitness auf den Prüfstand zu stellen, falls sie selbst merken, dass sie ihr Auto nicht mehr sicher beherrschen. 64 Prozent würden darüber nachdenken, wenn Familie oder Freunde sie auf Probleme beim Fahren hinweisen – und für 63 Prozent wäre ein schwerer Autounfall ein Grund, das zu tun.

„Noch bevor Probleme auftreten, sollten ältere Autofahrerinnen und Autofahrer regelmäßig ihre Fahrtüchtigkeit prüfen lassen. Langjährige Erfahrung am Steuer kommt der Sicherheit im Straßenverkehr zwar zugute. Im Alter steigt jedoch das Unfallrisiko deutlich an – nicht zuletzt durch Krankheiten“, sagt DVR-Präsident Dr. Walter Eichendorf. Der allgemeine Check bei der Hausärztin oder beim Hausarzt, den jeder ab 35 alle zwei Jahre durchführen lassen kann, sei ein guter Anlass, um das Thema Fahrtüchtigkeit anzusprechen. Um die Fahrfitness zu beurteilen, sollten Hör- und Sehvermögen, Reaktionsgeschwindigkeit, Beweglichkeit sowie Herz, Leber und Nervensystem untersucht werden.

Zwei Drittel würden umsteigen
Die Umfrage zeigt zudem: 69 Prozent der Befragten hätten ausreichend Alternativen, wenn sie aus gesundheitlichen Gründen auf das Autofahren verzichten müssten. „Mobil zu sein, bedeutet gerade im Alter ein Stück Lebensqualität. Wer sicher unterwegs sein will, sollte darüber nachdenken, zumindest in bestimmten Situationen den Wagen stehen zu lassen“, so Prof. Dr. Dr. h. c. Ursula Lehr, Geschäftsführender Vorstand der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO).

„Ich selbst bin mit 85 Jahren noch sehr gern mit dem Auto unterwegs, akzeptiere aber auch meine Grenzen. So verzichte ich auf Nachtfahrten und steige bei langen Strecken auf die Bahn um.“

Um so lange wie möglich sicher mobil zu sein, empfiehlt es sich, die persönlichen Fahrfähigkeiten von Zeit zu Zeit aufzufrischen und zu trainieren – etwa durch einige Fahrstunden oder ein Fahrsicherheitstraining – und sein Verhalten entsprechend anzupassen.

Die Aktion Schulterblick: Sicher mobil bis ins hohe Alter
Die Aktion Schulterblick des DVR macht auf die Notwendigkeit freiwilliger Gesundheitschecks aufmerksam. Mehr Informationen finden Sie unter www.dvr.de/schulterblick. Die Aktion Schulterblick wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur und der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung unterstützt. Der DVR wurde 1969 als Verein gegründet und ist mit seinen mehr als 200 Mitgliedsorganisationen die Kompetenzplattform in allen Fragen der Verkehrssicherheit.

Kontakt:

Sandra Demuth
Referatsleiterin Öffentlichkeitsarbeit Initiativen/Veranstaltungen
Deutscher Verkehrssicherheitsrat
Telefon: 0228-40001-53
Email: SDemuth@dvr.de

1 forsa-Umfrage im Auftrag des DVR, 1.001 Autofahrerinnen und Autofahrer ab 65 Jahre, August 2015

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