Erste Hilfe: Trotz Fortschritten in Medizin weiter lebenswichtig

Bonn, 24. Oktober 2005 (DVR) - Trotz stetiger Fortschritte in der Unfallmedizin bleibt die Erste Hilfe am Unfallort in vielen Fällen lebenswichtig. Mehr als 10 % der Verletzten könnten nach einer Untersuchung der Universität Würzburg überleben, wenn ihnen sofort Erste Hilfe geleistet würde, erklärt der Deutsche Verkehrssicherheitsrat. Die Zeit vom Notruf bis zum Eintreffen eines Notarztes kann nicht mehr verkürzt werden. Besonders in ländlichen Gebieten werde die durchschnittliche Zeit von acht Minuten häufig überschritten. Umso wichtiger sei die Hilfe für die Verletzten durch Unfallzeugen.
 
Bereits die Nähe eines Menschen und die Beruhigung des Patienten durch einen Laienhelfer könne dem Verletzten entscheidend helfen. Verkehrsteilnehmer, die nicht sicher sind, ob sie Erste Hilfe-Maßnahmen richtig anwenden können, sollten in jedem Fall den Notarzt benachrichtigen und den Verletzten beruhigen. Ein entscheidender Schritt sei bei Bewusstlosen, den Patienten in die stabile Seitenlage zu bringen, da bei Rückenlage bereits nach drei Minuten der Tod eintreten könne. Erste Hilfe ist in allen Situationen erforderlich, in denen die lebenswichtigen Körperfunktionen versagen, so der DVR. Hier entscheiden die ersten Minuten über Leben und Tod. Jede Minute, in der zum Beispiel bei einem Kreislaufstillstand nicht reanimiert wird, verringert die Überlebenschance um 10 %.

Bei vielen Autofahrern liegt der Erste Hilfe-Kurs sehr lange zurück. Daher fühlt sich eine große Zahl der Autofahrer nicht in der Lage, lebensrettende Erstmaßnahmen am Unfallort zu leisten. Viele haben Angst, Fehler zu machen. Diese Unsicherheiten zu verringern, hilft eine Auffrischung des Erste Hilfe-Wissens, so der Deutsche Verkehrssicherheitsrat. Ein Erste Hilfe-"Fresh up"-Kurs, der rund drei Stunden in Anspruch nimmt, ruft die wichtigsten Maßnahmen wieder ins Gedächtnis. Die Teilnahme an "Fresh up"-Kursen kostet ungefähr 20 Euro und wird von allen Hilfsorganisationen angeboten. Die Termine können bei den jeweiligen Organisationen vor Ort erfragt werden.

Autofahrer sollten auch den Verbandskasten im eigenen Fahrzeug überprüfen. Auf den Verbandsmaterialien ist seit über 15 Jahren ein Verfalldatum aufgedruckt. Gegebenenfalls müssen die Materialien erneuert werden.

Ansprechpartner: Bernd Kulow (Tel. 0228/4 00 01-72)

Bildmaterial zum Thema kann auch im Internet unter www.dvr-medienarchiv.de abgerufen werden.

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