Zu Fuß in der Stadt – welche Gefahren lauern?

Aufmerksamkeit und Rücksicht sind erforderlich

Bonn, 6. Dezember 2016 – Weihnachten und Silvester rücken näher, da sind viele Gänge zu erledigen und zahlreiche Besorgungen zu machen. Regelmäßig wird es zum Jahresende in unseren Innenstädten betriebsam, oft sogar hektisch. Fußgängerinnen und Fußgänger sollten nicht nur an ihre Erledigungen denken, so der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR), sondern zugleich auch dem Straßenverkehr die erforderliche Aufmerksamkeit schenken.

In den dunklen Monaten steigen die Zahlen der bei Unfällen verletzten Fußgängerinnen und Fußgänger deutlich an. Im Januar, November und Dezember 2015 waren 10.467 Fußgänger an Unfällen mit Personenschaden beteiligt, im Durchschnitt etwa ein Drittel pro Monat mehr als im übrigen Jahr. Innerhalb von Ortschaften sind im vergangenen Jahr insgesamt 30.044 Fußgänger verunglückt, davon 377 tödlich.

Zum Überqueren stärker befahrener Straßen sollten daher Ampeln, Zebrastreifen und Mittelinseln genutzt werden. Doch auch hier lauern Gefahren. Bei Ampeln vor dem Losgehen stets vergewissern, dass die Fahrzeuge bei Rot auch wirklich anhalten. Zusätzlich muss man abbiegende Fahrzeuge gut im Blick behalten. Am Zebrastreifen erst dann losgehen, wenn wirklich sicher ist, dass alle Fahrzeuge anhalten. Ein Blickkontakt mit den Fahrern kann helfen, ihr Verhalten richtig einzuschätzen. Dieser ist auch bei der Nutzung von Mittelinseln ohne Zebrastreifen sehr wichtig, da hier kein Vorrang besteht.

In Wohngebieten ist die Fahrbahnüberquerung zwischen geparkten Fahrzeugen oder anderen Sichthindernissen besonders gefährlich, da man so vom motorisierten Verkehr leicht übersehen wird. Lieber ein Stück weiter gehen, wo die Lücken zwischen den geparkten Autos groß genug sind. Oder die Fahrbahn an einer Mittelinsel überqueren.

Wer telefonieren oder Textnachrichten versenden will, sollte dies nicht im Gehen machen, sondern stehend an einem sicheren Platz. Keinesfalls während der Fahrbahnüberquerung. Das ist lebensgefährlich, weil unser Gehirn schnell überfordert wird, wenn es mehrere Dinge gleichzeitig erledigen soll.

Gut sichtbar machen

Bei Dämmerung und Dunkelheit sollten sich Fußgänger gut sichtbar machen. Gerade bei den starken Lichtkontrasten in einer festlich geschmückten Innenstadt ist es für Autofahrer schwierig, Personen am Fahrbahnrand oder auf der Fahrbahn rechtzeitig wahrzunehmen. Helle Kleidung allein reicht im Winter nicht aus. Der DVR empfiehlt daher bei Dunkelheit oder schlechtem Wetter Kleidung mit eingearbeiteten retroreflektierenden Materialien. Normale Kleidung ist auf der Straße im Scheinwerferkegel eines Autos nur bis maximal 40 Meter sichtbar, bei Regen oder Nebel ist die Sichtweite deutlich verringert. Mit retroreflektierenden Elementen steigt die Entfernung dagegen auf bis zu 150 Meter. Käufer von retroreflektierender Kleidung sollten auf die europäische Norm EN ISO 20471 achten.

Der DVR appelliert an alle Autofahrerinnen und Autofahrer, die Geschwindigkeit in der Stadt stets an die jeweiligen Situationen anzupassen. Wer beispielsweise in einer Wohnstraße statt mit Tempo 30 mit 40 km/h unterwegs ist, verlängert seinen Anhalteweg auf das Anderthalbfache. Das können die entscheidenden Meter sein, die den Unterschied zwischen „gerade noch mal gut gegangen“ und einer folgenschweren Kollision ausmachen.

Darüber hinaus sollten motorisierte Verkehrsteilnehmer im innerstädtischen Verkehr immer auf Personen achten, die die Fahrbahn überqueren wollen, besonders beim Abbiegen an Kreuzungen und Einmündungen. Bei schlechtem Wetter sollten sie stets daran denken, dass Fußgänger in der Sicht eingeschränkt sind, beispielsweise durch Kapuzen oder Schirme.

Wenn alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer Vorsicht und Rücksicht walten lassen, so der DVR, dann funktioniert das Miteinander auch im innerstädtischen Verkehr – damit das friedliche und besinnliche Weihnachtsfest nicht von einem Unglück überschattet wird.



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